Die Landesregierung in Baden-Württemberg hat in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag festgelegt, dass das Gesetz für den landeseigenen IT-Dienstleister BITBW (Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg) in der laufenden Wahlperiode angepasst werden soll, damit sich die BITBW im Sinne der digitalen Souveränität als leistungsstarke IT-Dienstleisterin etablieren kann. Bei einer öffentlichen Anhörung zu diesem Thema im Landtag Baden-Württemberg nahm auch Lothar Becker als Vertreter der OSB Alliance teil und erläuterte die Bedeutung von Open Source Software für eine digital souveräne Landesverwaltung.
Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag digitale Souveränität stärken und dafür bei Softwarebeschaffung und Eigenentwicklungen in erster Linie auf Open Source Software setzen. Das ist aber zunächst nur eine Absichtserklärung. Bisher fehlen noch konkrete Ansätze, dieses Ziel innerhalb der laufenden Legislaturperiode umzusetzen. Ein von der Open Source Business Alliance in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten macht jetzt spezifische Vorschläge, welche Hebel in Frage kommen und wie ein Vorrang von Open Source Software bei der Beschaffung rechtssicher gesetzlich verankert werden kann.
Beim jährlichen Girl‘s Day Zukunftstag können Schülerinnen Einblicke in den Berufsalltag von Branchen gewinnen, in denen Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert sind und auf weibliche Vorbilder treffen. 23 Verbandsmitglieder bieten für interessierte Schülerinnen bundesweit insgesamt über 1.000 Plätze an, um Schülerinnen für Informatik und Open Source zu begeistern, ihnen einen Zugang in die IT-Welt zu ermöglichen und um zu zeigen, dass die Open-Source-Branche unabhängig vom Geschlecht alle willkommen heißt. Der Großteil der Angebote ist schon ausgebucht, aber es gibt noch ein paar freie Plätze!
Mitglieder hautnah! Im Interview mit uns spricht Thomas Weiß von IndiScale. Die IndiScale GmbH ist ein Ausgründung aus dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und fokussiert auf Forschungsdatenmanagementsoftware. Das Unternehmen bietet verschiedene Dienstleistungen in diesem Bereich an und entwickelt die Software LinkAhead, die einen einheitlichen Zugang für ganz unterschiedliche Datensilos und Datenquellen schafft und damit Vorteile zum Beispiel in Sachen Durchsuchbarkeit, Automatisierung und Reproduzierbarkeit bringt. IndiScale hilft Unternehmen dabei, Ihr Datenmanagement individuell und skalierbar zu gestalten.
Cloud- und Container Plattform — standardisiert, entwickelt und betrieben von Vielen: Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Sovereign Cloud Stack (SCS) stellt einen wichtigen Beitrag Deutschlands zum gesamteuropäischen Vorhaben Gaia-X dar und vereint die Vorteile des Cloud Computing in einem einheitlichen, offenen Standard. SCS wird von einer aktiven Open-Source-Community weltweit unterstützt, entwickelt und betrieben. Gemeinsam geben wir Nutzern die Kontrolle über ihre Daten, indem wir Cloud-Betreibern durch einen freien, dezentralisierten und föderierten Cloud-Stack die Möglichkeit geben, echte digitale Souveränität zu schaffen und das Vertrauen in Cloud Computing zu fördern.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) plant eine Reform des Vergaberechts („Vergabetransformationspaket“). Im Vorfeld der Gesetzesreform hat das Ministerium Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Unternehmen dazu aufgerufen, Stellungnahmen dazu abzugeben, welche Schwerpunkte hierbei besonders berücksichtigt werden sollen. Die Open Source Business Alliance hat beim BMWK eine Stellungnahme eingereicht und dafür geworben, digitale Souveränität und Open Source Software bei der Vergaberechtsreform besonders in den Fokus zu nehmen.
Künstliche Intelligenz bietet ein enormes Potential für die medizinische Praxis und Forschung. Die Zahl der Zulassungen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigen, woraus sich zahlreiche technische, rechtliche und ethische Herausforderungen ergeben. Auch in Europa wird deswegen die Regulierung von KI in der Medizin diskutiert, um einerseits die technischen Potentiale zu nutzen und andererseits europäische Werte und Grundrechte zu wahren. Dabei sind insbesondere Fragen zur Verantwortung, zur Güte von Daten und Algorithmen sowie zum Schutz individueller Gesundheitsdaten umstritten.
Zum Ende des Jahres 2022 ist das bisherige Onlinezugangsgesetz ausgelaufen, das die Digitalisierung der deutschen Verwaltung steuern und vorantreiben sollte. Für das Nachfolgegesetz liegt jetzt ein erster Referentenentwurf vor. Die Open Source Business Alliance hat im Rahmen der Verbändeanhörung eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf abgegeben.
Das Fazit der OSB Alliance: Die Bedeutung von Open Source Software und offenen Standards für eine digital souveräne und effiziente Verwaltung wird im Gesetzentwurf nicht berücksichtigt. Dadurch bleibt Potential ungenutzt. Die im Entwurf vorgeschlagenen Änderungen reichen nicht aus, um die Verwaltungsdigitalisierung entscheidend voranzubringen und zu beschleunigen.
Sicherheit ist die Grundlage für Souveränität, Datenschutz und das Vertrauen der Anwender in Open-Source. Um die internationale Zusammenarbeit zu verbessern, wurde die Open Source Business Alliance Mitglied der Linux Foundation und der Open Source Security Foundation (OpenSSF). Damit unterstreichen wir unser Engagement, Open Source zu fördern und uns aktiv auch in deren Absicherung einzubringen. Die WG Security hat diese Vernetzung initiiert, weil Sicherheit kein Projekt, sondern ein Prozess ist, der am besten im Team funktioniert. Mit der OpenSSF ist hier ein starker Partner gefunden, der innerhalb der Linux Foundation die Sicherheitsthemen bündelt und kanalisiert.
Einheitliche und insbesondere offene Standards sind essentiell für eine schnellere Verwaltungsdigitalisierung, um Interoperabilität zwischen Systemen zu gewährleisten. Sie tragen so auch entscheidend zur Wechselfähigkeit zwischen Anbietern bei. Die Frage der Standardisierung ist daher zentral für die Stärkung der digitalen Souveränität. Der DIN-Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA) hat deshalb das Projekt „Whitepaper zur Rolle der Normung bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“ veröffentlicht.









