Für die von der OSB Alliance in Auftrag gegebene „Studie zum Vergleich der Sicherheit von Open Source Software und Proprietärer Software“ untersuchte Dr. Marc Ohm am Institut für Informatik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn die Fragestellung, wie die Sicherheit von Open Source und proprietärer Software bewertet und perspektivisch verbessert werden kann.

Lange wurde beim Thema Sicherheit in Bezug auf Open Source Software oder proprietäre Software rein dualistisch argumentiert. Die jeweiligen Fürsprecher reklamierten dabei verschiedene Vorzüge für ihr bevorzugtes Modell. Bei der Sicherheit stand dabei oft die Frage im Mittelpunkt, ob Software sicherer wird, wenn ihre Quellen geheimgehalten werden oder ob genau das Gegenteil der Fall ist.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Open Source Software immer mehr an Bedeutung gewinnt und zudem proprietäre Software immer häufiger große Anteile von Open Source Code enthalten. Weil dadurch eine Trennung oder Unterscheidung der beiden Entwicklungsansätze nicht möglich ist, stellt die Studie Methoden vor, die sich auf die Sicherheit des Entwicklungsprozesses und die allgemeine Qualität des Projekts beziehen und für Open Source Software und proprietäre Software gleichermaßen gelten sollten. Die vorgestellten Best Practices für sichere Softwareentwicklung und die Qualitätsmetriken sind jedoch bei Open Source Software unabhängig, transparent und nachvollziehbar überprüfbar.

„Quelloffenheit und kollaborative Entwicklungsmodelle helfen Software sicherer zu machen. Das alleine reicht natürlich nicht aus. Mit unserer Studie wollen wir Impulse setzen, diese Lücke zu schließen. Besonders die kommerziellen Verwerter von Software sind hier in der Pflicht,“ so Elmar Geese, Sprecher der Arbeitsgruppe Security in der OSB Alliance.

Während laut Studie Open Source Software vor allem in den Kategorien Kosten, Transparenz und Sicherheit überzeugt, punktet proprietäre Software durch umfänglichen Support durch den Anbieter und rechtliche Klarheit durch bindende Verträge. Als Brücke zwischen beiden Welten empfiehlt die Studie kommerzielle Open Source Software, die durch Open-Source-Unternehmen vorangetrieben und vermarktet wird.

Peter Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance:
„Die Studie zeigt klar den Goldstandard: Der Entwicklungsprozess und die Qualität von Open Source Software sind transparent und unabhängig überprüfbar. Zusammen mit professionell, sowie vertrauenswürdig und rechtssicher angebotener Verantwortung, Pflege und Support der Systeme erhalten Anwenderinnen und Anwender das bestmögliche Ergebnis an Sicherheit und vermeiden zudem die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern.“

Silke Tessmann-Storch, Vorständin Lösungen, Dataport:
„Das Thema IT-Sicherheit ist für unsere Kunden in der öffentlichen Verwaltung von großer Bedeutung. Umso hilfreicher ist es, dass die vorliegende Studie mit Vorurteilen über sichere Softwareentwicklung aufräumt und konkrete Kriterien für deren Beurteilung nennt. So trägt sie dazu bei, die Diskussion um den Einsatz von proprietärer versus Open Source Software zu versachlichen.“

Timo Levi, Deutsche Telekom AG:
„Open Source Software und Sicherheit sind keine Gegenpole – das zeigt diese Studie einmal mehr. Faktoren, die zu einem sicheren Betrieb führen, sind unabhängig der Frage ob Open Source oder proprietäre Software zu betrachten. Wichtig ist, dass die für die Lösung stehenden Partner ihre Aufgaben ordentlich wahrnehmen. Kunden können sich so auch vollständig auf Open Source Software verlassen.“

Staatssekretär Prof. Thomas Popp, Beauftragter für Informationstechnologie (CIO) des Freistaates Sachsen und Mitglied der Sächsischen Staatsregierung:
„Sicherheit in jede Codezeile! Unproduktive Grundsatzdiskussionen vermeiden! Diese Kernergebnisse der Studie sind in die druckfrische Open-Source-Strategie des Freistaates Sachsen eingeflossen. Entscheidend ist nicht, ob Quellcode offen oder proprietär entwickelt wird. Entscheidend sind Funktionalität und dauerhafte Sicherheit der Lösung. Ich bin der OSB Alliance und dem Autor Dr. Marc Ohm dankbar, denn die Studie gibt uns wertvolle Hinweise und Werkzeuge für die weitere Digitalisierung der Verwaltung an die Hand. Ich freue mich, dass die Ergebnisse auch mit sächsischer Unterstützung entstehen konnten.“

Christian Schmitz, Director Open Source bei plusserver:
„Die Studie zeigt deutlich, dass die Meidung von Open-Source-Lösungen aufgrund von Sicherheitsbedenken unbegründet ist. Dank kommerzieller, professioneller Open-Source-Angebote erhalten Unternehmen und andere Organisationen das Beste aus beiden Welten. Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von quelloffenen Lösungen ermöglicht Kontrolle und führt zu einer stetigen Verbesserung – auch mit Blick auf etwaige Schwachstellen, die gemeinsam mit der Open-Source-Community identifiziert werden. Gleichzeitig sorgen kommerzielle Angebote für die nötige Professionalität in den Bereichen Betrieb, Support und bedarfsgerechte Weiterentwicklung.”

Dr. Kai Martius, Chief Technology Officer, secunet:
„Open Source und offene Standards sind die entscheidende Grundlage für digitale Souveränität. Neben dem Kernaspekt der Unabhängigkeit stehen bei secunet vor allem Nachprüfbarkeit, Vertrauenswürdigkeit und damit Sicherheit im Fokus. Wie die neue Studie der OSBA zeigt, sind diese Vorteile von Open Source inzwischen in der Breite akzeptiert und wir freuen uns, Teil dieses wichtigen Ökosystems zu sein.“

Hier finden Sie die vollständige Studie

Die Studie wurde unter der Creative Commons Lizenz Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) veröffentlicht.