Aus dem Kreis unserer Mitglieder wurde der Wunsch an den Vorstand der OSB Alliance herangetragen, die Haltung des Verbands zu den aktuellen Ereignissen um die „Alternative für Deutschland“ (AfD) und zu anderen rechtsextremistischen Parteien bzw. Gruppierungen auszudrücken. Wir wollen daher diese Gelegenheit nutzen, um unsere Positionen für Frieden, Freiheit, Vielfalt und Demokratie und gegen Menschenhass und Ausgrenzung darzulegen, und um unseren politischen Umgang mit der AfD zu erläutern.

Wer rechtsextreme Positionen vertritt, verlässt den demokratischen Raum

Im deutschen Parteienspektrum und auch im Bundestag ist den meisten Parteien gemein, dass sich die Mandatsträgerinnen und -träger der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und unserem Grundgesetz verpflichtet fühlen. Das ist der Minimalkonsens, ohne den unsere Demokratie nicht funktionieren würde.

Teile der AfD werden vom Verfassungsschutz jedoch als gesichert rechtsextremistisch eingeordnet, da ihre politischen Forderungen darauf abzielen, unser friedliches demokratisches Zusammenleben zu zerstören. Dies ist bei unzähligen Gelegenheiten durch zahllose öffentlich getätigte Aussagen von hochrangigen AfD-Funktionären, lokalen Gruppen oder einzelnen Mitgliedern belegt worden. Wer die AfD wie jede andere Partei behandelt, verkennt, dass die AfD jeden Tag auf die Zerstörung unserer Demokratie und auf die Verfolgung von Menschen hinarbeitet. Die AfD ist eine rechtsextreme Partei, die den demokratischen Raum verlassen hat.

Es geht um Open Source, Kooperation und Demokratie

Im Mittelpunkt unseres Interesses als Verband stehen unsere Werte und Ziele in Bezug auf Open Source, wie wir sie in unseren Leitlinien festgehalten haben. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern, unseren Partnern und den demokratischen Parteien suchen wir nach Ideen und Lösungen, um den Einsatz von Open Source voranzubringen und unsere Ziele zu erreichen.

Als Vertreter der Open-Source-Branche setzen wir uns täglich dafür ein, dass jeder Mensch und die Gesellschaft als Ganzes ein maximales Maß an digitaler Freiheit und Selbstbestimmtheit erreichen kann. Der erste Artikel unserer Leitlinien bringt es genau auf den Punkt:

„Freie Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmtheit sind Grundsäulen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und umfassen die Souveränität des Einzelnen genauso wie der Gesellschaft als Ganzes. Im Zeitalter der Digitalisierung aller Lebensbereiche ist die digitale Souveränität ein wesentlicher Bestandteil dieses Anspruchs. Sie bezieht sich sowohl auf informationelle Selbstbestimmung als auch auf Innovations- und Gestaltungsfähigkeit von Staat und Wirtschaft.“

Unsere Wertvorstellungen zu Open Source sind untrennbar mit unseren Wertvorstellungen für ein friedliches, aufgeschlossenes und demokratisches Miteinander verknüpft. Weil diese Ziele mit den erwiesenermaßen fremdenfeindlichen und ausgrenzenden Vorstellungen der AfD und anderer rechtsextremistischer Parteien und Organisationen nicht vereinbar sind, würden auch brilliante Digitalisierungspläne aus dieser Richtung nicht zu den Verhältnissen führen, die wir uns wünschen. Aus diesem Grund verzichten wir auch auf die Befragung der AfD bei unseren Wahlprüfsteinen.

Wir brauchen die Welt

Das Open-Source-Ökosystem begründet sich auf der internationalen Zusammenarbeit von Entwicklerinnen und Entwicklern und Anwenderinnen und Anwendern. Die gemeinsame Entwicklung und Verbesserung von Open Source Software geschieht nicht nur bei großen Softwareprojekten in global vernetzten Communities und über Grenzen hinweg. Die rund 95.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, die unsere über 220 Mitgliedsunternehmen beschäftigen, kommen aus sehr vielen Ländern. Viele unserer Mitglieder haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerhalb von Deutschland. Sehr viele Beteiligte aus dem Open-Source-Umfeld haben in anderen Ländern und Kontinenten gelebt und gearbeitet. Das Open-Source-Ökosystem kann also nur als multikulturelles und multinationales Netzwerk betrachtet werden, weil es ohne den internationalen Charakter gar nicht funktionieren würde.

Es liegt daher in der Natur der Sache, dass uns als Verband der deutschen Open-Source-Industrie nichts ferner liegt, als fremdenfeindliche und entmenschlichende Tendenzen zu unterstützen.

Ausgrenzung? Nein danke!

Niemand von uns möchte das Gefühl erleben, nicht willkommen zu sein oder gar aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sexualität oder anderer Identitätsmerkmale angefeindet zu werden. Wo immer rechtsextremistische Parteien stärker werden, nehmen auch ausländerfeindliche Parolen und gewalttätige Übergriffe u.a. auf Personen aus anderen Kulturkreisen zu. Das ist inakzeptabel. Ausgrenzung, Hass und Hetze widersprechen den Grundwerten der Open-Source-Community und fügen ihr großen Schaden zu.

Als Open Source Business Alliance stehen wir für ein offenes, freies und friedliches Zusammenleben, für Respekt, Vielfalt, Partizipation, Kooperation und Demokratie.

Aus diesem Grund positionieren wir uns als Verband eindeutig gegen jede Form von Ausgrenzung, Hass und Rassismus.