Der Markt für integrierte Kollaborations-Software boomt, nicht zuletzt wegen der Sondersituation Corona. Er ist beherrscht von wenigen US-Anbietern, und jetzt stößt auch Google dazu: Das Unternehmen positioniert sich klar gegen Microsoft. „Der Wettbewerb wächst, und das ist gut so, denn davon profitieren die Anwender“, konstatiert Andrea Wörrlein, Geschäftsführerin und -Verwaltungsrätin von VNC, führender Anbieter von Open-Source-basierten Unternehmensanwendungen.

Wermutstropfen ist und bleibt aber der Datenschutz. Cloud-Angebote sind ein essenzieller Bestandteil der Kollaborationslösungen von Google, Microsoft & Co. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das „Privacy-Shield“-Abkommen zwischen der EU und den USA zu kippen, drohen deutschen Unternehmen aber nun Strafzahlungen, wenn sie personenbezogene Daten in Clouds von US-Anbietern speichern. Dabei ist es egal, ob die Rechenzentren sich in den USA oder Europa befinden. „Für die Nutzer solcher Cloud-Anwendungen gibt es keine Rechtssicherheit im Sinne der DSGVO“, unterstreicht Wörrlein. „Wichtig wäre, dass die angebotenen Produkte auch in Private-Cloud-Instanzen oder on-premises betrieben werden können.“

Viele Kollaborationslösungen sind völlig undurchsichtig für den Anwender

IaaS- und PaaS-Angebote wie Google Cloud Platform erlauben zwar, kundenspezifische Instanzen aufzusetzen, in Kombination mit Confidential Computing könnte hier eine ausreichende Sicherheit gewährleistet werden. „Aber zentral verwaltete Services wie innerhalb der G-Suite oder MS Office 365 entsprechen sicher nicht den EU-Datenschutzanforderungen“, so Wörrlein.

Hinzu kommt, dass viele der Kollaborationslösungen proprietär, also völlig undurchsichtig für den Anwender aufgebaut sind. Das ist gerade für Unternehmen mit kritischen Daten oder personenbezogenen Daten ein erheblicher Nachteil. Zudem mangelt es vielen Lösungen an der Modularisierung: sie sind lediglich als monolithische Gesamtpakete nutzbar und können nicht an die spezifischen Bedürfnisse einzelner Unternehmen oder Branchen angepasst werden: „Banken oder Behörden etwa haben sehr strenge Sicherheitsanforderungen, die von den angebotenen Plattformen nicht abgedeckt werden. Sie verlangen nach einer vollständigen Integration, die offene Schnittstellen oder eben Open-Source-Anwendungen erfordern“, konkretisiert Wörrlein.

„Das Versprechen der Anbieter von Kollaborationsplattformen hört sich gut an“, resümiert Wörrlein. „Rechtsunsicherheit, mangelnder Datenschutz, undurchsichtiger Lösungsaufbau und fehlende Anpassbarkeit machen den Einsatz dieser Tools aber zu einer unsicheren Angelegenheit, zumindest für Unternehmen mit kritischen und personenbezogenen Daten. Und weiterhin sind wir überzeugt, dass wir mit VNClagoon technisch state-of-the-art sind und deutlich mehr individualisierte Funktionalität zu einem wettbewerbsfähigen TCO bieten können.“