Die Landesregierung Thüringen setzt schon seit einigen Jahren konsequent auf Open Source Software, um das Land bei der Verwaltungsdigitalisierung nach vorne zu bringen. Jetzt hat die Landesregierung einen neuen Digitalbeirat berufen, in dem auch die Open Source Business Alliance (OSBA) mit einem Sitz vertreten ist. Die OSBA möchte dazu beitragen, dass Open Source auch weiterhin als Innovationsbooster für die Thüringer Verwaltung wirken kann.
Thüringen will zu einem digitalen Vorreiterland werden – mit Open Source!
Der neue Thüringer Digitalminister Steffen Schütz hat bei der Verwaltungsdigitalisierung Großes vor:
„Mein Anspruch ist ein moderner, digitaler und effizienter Freistaat, der als Dienstleister das Leben der Menschen und Unternehmen vereinfacht und ihr Vertrauen in die Verwaltung wieder stärkt. […] Um eine arbeitsfähige Landes- und Kommunalverwaltung abzusichern, müssen wir schneller digitalisieren, Prozesse standardisieren, automatisieren und vereinfachen.“
Um das zu erreichen, soll Thüringen zu einem „digitalen Vorreiterland“ werden. In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung dafür auch gezielt auf Open Source Software gesetzt. So war Thüringen 2020 das erste Bundesland, das einen Vorrang für Open Source Software bei der Beschaffung durch die öffentliche Hand im Vergabegesetz des Landes verankert hat und gilt damit bundesweit als Vorreiter. Die Thüringer Verwaltungscloud ist ebenfalls ein bundesweit einzigartiges Vorhaben, das nicht nur auf moderne Cloud-Ansätze und die Vorgaben aus dem Konzept der Deutschen Verwaltungscloud setzt, sondern auch fast ausschließlich auf Open Source Software.
Die Berufung der Open Source Business Alliance in den neuen Digitalrat zeigt, dass die Landesregierung Open Source Software auch weiterhin als elementares Werkzeug für eine erfolgreiche Verwaltungsdigitalisierung betrachtet. „Digitale Souveränität“ soll zudem ein Leitthema bei der Arbeit des Digitalbeirats sein. Die Open Source Business Alliance steht für die Stärkung der digitalen Souveränität durch den Einsatz von Open Source Software.
Der Digitalbeirat soll die Landesregierung beraten
Der Digitalbeirat soll ein fachkundiges, unabhängiges Beratungsgremium für die Thüringer Landesregierung sein, so Digitalminister Schütz. Der Digitalbeirat setzt sich aus Expertinnen und Experten der Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zusammen und soll die Landesregierung in Fragen der Verwaltungsdigitalisierung, der Technologieentwicklung und der Cyber-Sicherheit beraten. Die Vorschläge und Empfehlungen des Digitalbeirats werden im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur für die Landesregierung gebündelt und aufbereitet.
Der Digitalbeirat besteht aus 18 Mitgliedern, berät die Landesregierung interdisziplinär bei Digitalisierungsvorhaben und begleitet deren Umsetzung. Die Mitglieder des Beirates werden zunächst für zwei Jahre berufen.
Die Open Source Business Alliance wird im Digitalbeirat durch OSBA-Mitglied Timo König (Bechtle) vertreten, der auch der OSBA-Landesvertreter für Thüringen ist. Neben der OSBA sind im Digitalbeirat u.a. auch der Chaos Computer Club, der Bitkom, die Initiative D21 und die Gewerkschaft Verdi vertreten.
Der Digitalbeirat legt los
Das Kabinett der Thüringer Landesregierung hat am 4. März 2025 der Berufung des Thüringer Digitalbeirats zugestimmt. Am 6. Mai 2025 tritt der Digitalbeirat zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Timo König, OSBA-Landesbeauftragter für Thüringen und Mitglied im Thüringer Digitalbeirat:
„Ich bin sehr gespannt auf die Arbeit im Thüringer Digitalbeirat, wo ich interessante Mitstreiterinnen und Mitstreiter habe, einen Teil davon kenne ich sogar schon. Im Digitalbeirat möchte ich insbesondere darauf aufmerksam machen, dass Europa keinen großen Kraftakt unternehmen muss, um seine digitale Souveränität zu stärken. Denn die dafür notwendigen Lösungen sind bereits vorhanden und bereit zur Umsetzung. Gerade in Deutschland und Europa besitzen wir schon viel Expertise und oft gibt es leistungsstarke lokale Open-Source-Unternehmen, die bestens geeignet sind, die öffentliche Verwaltung bei ihren Bedarfen zu unterstützen. Was wir jetzt brauchen, ist ein klarer und konsequenter politischer Wille, die Open-Source-Transformation mithilfe quelloffener Standards und Lösungen auch tatsächlich umzusetzen.“


