Ende Juni fand in Utrecht (Niederlande) die diesjährige APELL Conference 2026 statt. Zum vierten Mal hatte APELL – der Dachverband der europäischen Open-Source-Industrieverbände – zu einem Tag voller Impulsvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops eingeladen. Etwa 60 Teilnehmer:innen aus der europäischen Open-Source-Industrie kamen zusammen, um ihre Netzwerke zu stärken und über die Zukunft von Open-Source-Business in Europa zu diskutieren.

Aktuelle Vorhaben der EU-Kommission im Fokus
Ein Themenschwerpunkt der APELL Conference lag in diesem Jahr auf dem Anfang Juni veröffentlichten „Tech Sovereignty Package“ der EU-Kommission. Diese Bündelung an Gesetzesvorhaben umfasst unter anderem den „Cloud and AI Development Act“ und die neue EU Open-Source-Strategie.
Im Entwurf der EU Open-Source-Strategie wird APELL in dem Kapitel „the potential of open source“ sogar explizit als Organisation benannt, die sich auf europäischer Ebene für Open Source, offene Standards und Innovation einsetzt. Das bedeutet: Die EU-Kommission hat die europäische Open-Source-Industrie als wichtigen Akteur auf dem Schirm.
Die EU-Kommission betont in ihrer Kommunikation rund um das Tech Sovereignty Package die zunehmende politische Instrumentalisierung digitaler Lieferketten sowie die strategischen Risiken, die durch übermäßige Abhängigkeiten entstehen. Die EU-Kommission konnte zum Zeitpunkt dieses Statements noch nicht ahnen, wie zutreffend ihre Analyse bald sein würde: Nur wenige Tage vor der APELL Conference entschied die US-Regierung eine weltweite Blockade bestimmter KI-Modelle.

Open Source in Europa skalieren
Das Konferenz-Motto in diesem Jahr lautete „EU Open Source at Scale“ und unterstrich das breite Angebot und den Anspruch des europäischen Open-Source-Sektors: Open Source-Unternehmen können schon heute enterprisefähigen Ersatz für die Produkte und Dienstleistungen der vorherrschenden proprietären Anbieter liefern.
Die Konferenz lud zu Diskussionen ein, wie das Open-Source-Business-Ökosystem mithilfe öffentlicher Aufträge und Investitionen noch weiter wachsen und seine Netzwerke ausbauen kann. Die Open-Source-Unternehmen stehen bereit, ihren Beitrag zur digitalen Souveränität in Europa zu leisten. Gemeinsam sind sie der Schlüssel zu mehr internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Innovation für Europas Digitalsektor.

Hochkarätige Impulsgeber:innen
In Utrecht konnten wir dieses Jahr wieder hochrangige Redner*innen und Diskutant:innen willkommen heißen, u.a.:
- Laurent Rojey, Geschäftsführer des Digital Commons EDIC
- Gina Plat, Program Manager beim OSPO des BZK, dem Niederländischen Ministry of Interior and Kingdom Relations.
- Jean-Luc Dorel von der Future Internet Unit in DG CONNECT bei der Europäischen Kommission
- Æva Black, Null Point Studio
- Astor Nummelin Carlberg, Director Open Source Sovereignty bei SUSE
- Anais Concepcion, CEO von Grist Labs
- Matthew Hodgson, CEO / CTO bei Element und Project Lead, Matrix
- David Walter, Vice President, Open Source Program Office bei ownCloud – a Kiteworks company
- Philipp Olbrich, Referent Internationale Digitale Policy bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
- Jutta Horstmann, Co-CEO der Heinlein-Gruppe
- Sowie Nick Veenhof, Director, DevRel Engineering und DevRel Programs bei GitLab.
Unterstütze Open-Source-Politik auf europäischer Ebene!
Unternehmen, die die politische Arbeit von APELL für die europäische Open-Source-Industrie unterstützen wollen, können Mitglied im „Forum Europa“ werden.
Weitergehende Informationen über den europäischen Dachverband APELL und die dazugehörigen Open-Source-Industrieverbände findet Ihr hier.


