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Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) hat per 1. Februar 2019 den strategischen Leitfaden „Open SourceSoftware in der Bundesverwaltung“ veröffentlicht. Er zeigt auf, wie Open Source Software künftig beim Bund gefördert werden soll und löst damit die „OSS-Strategie der Bundesverwaltung“ aus dem Jahr 2005 ab. Mit fünf langfristigen Zielsetzungen will der Leitfaden das Potential von Open Source Software erschließen und Herausforderungen damit lösen:

Erstens soll durch den vermehrten Einsatz von Open Source Software die Innovation und Effizienz der Bundesinformatik erhöht und damit die Digitalisierung der Bundesverwaltung unterstützt werden. Zweitens soll die Anwendung von Open Source Prinzipien die Kultur der Zusammenarbeit innerhalb der öffentlichen Verwaltung fördern und damit die digitale Souveränität stärken und Abhängigkeit von Software-Herstellern reduzieren. Drittens will der Bund Klarheit beim Umgang mit Open Source Software schaffen und dabei insbesondere juristische Unsicherheiten bezüglich Open Source Lizenzen lösen. Viertens soll eine Übersicht der verwendeten Open Source Lösungen die Nutzung von Synergien ermöglichen. Und Fünftens will der Bund durch den Einsatz von Open Source Technologien seine Arbeitgeberattraktivität erhöhen und gleichzeitig Informatikfachleute mit Open Source Software Erfahrung rekrutieren.

Durch sieben konkrete Massnahmen sollen die erwähnten Ziele umgesetzt werden. Unter anderem soll das BBL-Merkblatt bezüglich Beschaffung von Open Source Software aktualisiert, der Austausch innerhalb der Bundesverwaltung mittels einer Community of Interest gefördert und ein Praxisleitfaden mit detaillierten Empfehlungen bezüglich Open Source Software erarbeitet werden. Ausserdem soll durch eine koordinierte Beschaffung von Dienstleistungen für Open Source Software deren Einsatz professionalisiert werden. Bezüglich Mitwirkung der Bundesverwaltung an Open Source Projekten und betreffend Freigabe von Source Code unter Open Source Lizenzen ist ein Entscheid des Bundesrates noch ausstehend. Dies, obwohl einige Bundesstellen wie die swisstopo und die Arbeitslosenversicherung bereits umfassende Open Source Projekte auf GitHub veröffentlicht haben und dort laufend weiterentwickeln.

CH Open ist erfreut über den neuen Leitfaden und begrüsst die Ziele und geplanten Maßnahmen: „Nach 14 Jahren hat die Bundesverwaltung endlich das dringend benötigte Strategiedokument erarbeitet, das der Bedeutung von Open Source Software gerecht wird und die Leuchtturmwirkung ermöglicht, die der Bund haben sollte“, sagt Dr. Matthias Günter, Präsident von CH Open. Auch Vorstandsmitglied Nicolas Christener findet dies eine positive Entwicklung: „Open Source Software hat ein riesen Potential um die fortschreitende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu beschleunigen. Wir hoffen nun, dass der Bund diese Chancen durch die Umsetzung des neuen Leitfadens nutzen wird.“

Kontaktperson:
Dr. Matthias Günter, 
Präsident CH Open
E-mail
Tel.: +41 79 457 13 22
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