Herzlich willkommen bei der Open Source Business Alliance! Kannst Du Dich kurz vorstellen?
Ich habe Rechtswissenschaften und Informatik studiert und war viele Jahre lang in Rechtsabteilungen im Telekommunikations- und Software-Markt tätig. Zusätzlich habe ich mich an verschiedenen Startups und Spinoffs beteiligt. Seit meinem Masterabschluss in Philosophie im Jahr 2016 und meinem Postgraduate-Abschluss in Philosophischer Praxis, den ich 2024 in Wien abgeschlossen habe, konzentriere ich mich schwerpunktmäßig auf Themen im Überschneidungsbereich von Philosophie, Informatik und Rechtswissenschaften. Dabei liegt mir besonders am Herzen, komplexe Themen aus Informatik und Philosophie allgemein verständlich zu vermitteln.
Was bedeutet für Euch digitale Souveränität?
Digitale Souveränität bedeutet für uns die Fähigkeit, über unsere Daten, Software und IT-Infrastrukturen selbstbestimmt zu verfügen und sie nach eigenen Regeln gestalten zu können – ohne dabei in die Abhängigkeit von Vertrags- oder Plattform-Konzepte („Vendor Lock-in“) gedrängt zu werden.
Insbesondere wollen wir jederzeit nachvollziehen können, welche Software-Komponenten in unseren Projekten eingesetzt werden, wer auf unsere Daten zugreifen kann – idealerweise wird dies abgesichert durch offene „Software Bill of Materials“ (SBOMs) und quelloffene Audit-Möglichkeiten. Ebenso ist es uns wichtig, dass wir Änderungen an Software und Infrastruktur eigenständig umsetzen können – sei es Sicherheits-Patches oder neue Funktionalitäten.
Digitale Souveränität ist für uns aber nicht nur ein technisches, sondern ein gesellschaftspolitisches Ziel. Mit diesem Ziel lässt sich „Macht“ zurück in die Hände der Anwender:innen verlagern und sichert eine offene, faire digitale Infrastruktur, die auf europäische Werte wie Freiheit, Datenschutz und Chancengleichheit baut.
Warum seid Ihr Mitglied bei der Open Source Business Alliance geworden?
Wir sind der OSBA beigetreten, weil wir als Unternehmen aktiv dazu beitragen wollen, digitale Souveränität in Politik und Gesellschaft zu stärken sowie das Verständnis über die Funktionsweise / Wichtigkeit von Open Source zu fördern – und zwar:
Gemeinsam mit anderen Mitgliedern möchten wir auf nationaler und europäischer Ebene für verbindliche Mindestanforderungen an öffentliche IT-Beschaffungen und Cloud-Dienste eintreten und so die Abhängigkeiten von einzelnen Großanbietern reduzieren
Förderung eines offenen Ökosystems: Wir unterstützen den Aufbau eines europäischen Open Source–Marktes, in dem Vielfalt starker Anbieter der beste Schutz gegen Monopole ist und Innovationen im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vorangetrieben werden
Durch unsere Mitgliedschaft wollen wir zeigen, dass Open Source nicht nur technisch überlegen, sondern auch ein Katalysator für lokale Wirtschaftskraft ist: Jeder in Open Source investierte Euro kann sich vielfach auszahlen und so zu mehr Chancengleichheit und Teilhabe in unserer eigenen Gesellschaft beitragen
Und natürlich sind profitieren wir auch am intensiven Austausch mit den Mitgliedern, Politik, Verwaltung und Wissenschaft (Netzwerk / Wissenstransfer), um gemeinsam Standards und Best Practices zu entwickeln, die unsere Gesellschaft digital widerstandsfähiger und transparenter machen.


