Aurelie Herbelot, Gründerin Denotation UG

Herzlich willkommen bei der OSB Alliance! Kannst Du Dich und Dein Unternehmen kurz vorstellen?

Vielen Dank für die freundliche Begrüßung, ich freue mich sehr, einen Beitrag zur OSB Alliance leisten zu können! Mein Name ist Aurelie. Ich komme aus dem Bereich der Computerlinguistik. Ich habe 2010 in Cambridge promoviert und seitdem an verschiedenen Forschungsinstituten in Europa gearbeitet, wo ich mit Linguist_innen, Philosoph_innen und kognitiven Neurowissenschaftler_innen zusammen geforscht habe. Zuletzt habe ich Denotation UG gegründet, ein junges Startup mit Schwerpunkt auf sicherer KI. Unser Technologiepaket basiert auf Open-Source-Technologien, die maximale Transparenz gewährleisten und gemeinnütziges Engagement fördern. Wir legen großen Wert auf energieeffiziente Algorithmen, die auf Einsteiger-Hardware laufen und möglichst wenig CO2-Emissionen verursachen.

Was bedeutet für Dich digitale Souveränität?

So viele Dinge, von der Privatsphäre bis zur Resilienz. Wie kann ich sicherstellen, dass meine Daten in einem Rechtsraum verbleiben, der meine Grundrechte schützt? Wie kontrollieren wir die CO2-Menge, die wir bei der Nutzung alltäglicher digitaler Werkzeuge verursachen? Wie geben wir unterrepräsentierten Gruppen die Möglichkeit, ihre eigene digitale Infrastruktur aufzubauen und zu pflegen? Diese Fragen können nur gelöst werden, wenn wir Hardware und Software selbst in die Hand nehmen und die Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen, sowohl als Entwickler_innen als auch als Nutzer_innen der Technologie.

Warum bist Du Mitglied in unserem Verband geworden?

In erster Linie war ich beeindruckt von dem Engagement der einzelnen Mitglieder. Ich habe den Verband durch Miriam Seyffarth kennengelernt. Ihr Enthusiasmus für Open Source und ihre hohe Professionalität haben mir sofort gezeigt, dass ich hier richtig bin! Generell ist mir klar, dass die Interessenvertretung für freie Software ein harter Kampf ist, bei dem wir als Gemeinschaft zusammenarbeiten müssen. In meinem Fachgebiet wurde der Begriff „Open Source“ von großen KI-Unternehmen vereinnahmt, um Systeme zu bezeichnen, die zwar auf freier Software basieren, aber so viel Rechenleistung benötigen, dass niemand sie nutzen kann. Das ist nicht, was ich „frei“ oder „offen“ nenne. Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass digitale Lösungen, die wirklich allen dienen, auf breiter Basis angenommen werden.