Dr. Kai Martius, CTO und Mitglied des Vorstands der secunet Security Networks AG und Geschäftsführer der secustack GmbH

Dr. Kai Martius, CTO und Mitglied des Vorstands der secunet Security Networks AG und Geschäftsführer der secustack GmbH

Mitglieder hautnah: Im Interview erzählt Dr. Kai Martius, CTO und Mitglied des Vorstands der secunet Security Networks AG und Geschäftsführer der secustack GmbH über seine Unternehmen, Digitale Souveränität, Open Source und zukünftige Pläne

Stellst Du Dich und Dein Unternehmen kurz vor?

Bei der secunet Security Networks AG verantworte ich seit 2015 als CTO und seit 2019 als Mitglied des Vorstands die Bereiche Technologie/Entwicklung, Produktmanagement und Zertifizierung. Von 2007 bis 2015 habe ich den Geschäftsbereich Hochsicherheit/Public Sector geleitet. Bereits seit 1999, dem Jahr meiner Promotion in der Elektrotechnik an der TU Dresden, bin ich bei secunet beschäftigt.

Das Unternehmen secunet hat sich im Laufe seiner 25-jährigen Historie zu Deutschlands führendem Cybersecurity-Unternehmen entwickelt. In einer zunehmend vernetzten Welt sorgt secunet mit einer Kombination aus Produkten und Beratung für widerstandsfähige digitale Infrastrukturen und den höchstmöglichen Schutz für Daten, Anwendungen und digitale Identitäten. secunet ist dabei spezialisiert auf Bereiche, in denen es besondere Anforderungen an die Sicherheit gibt, wie z. B. Cloud, IIoT, eGovernment und eHealth. Unter Anspruch ist es, unseren Kunden zu ermöglichen, mithilfe unserer Lösungen höchste Sicherheitsstandards in Digitalisierungsprojekten einzuhalten, damit sie ihre digitale Transformation vorantreiben können.

Zudem bin ich seit 2019 Geschäftsführer von SecuStack, einem Joint Venture der beiden Unternehmen Cloud&Heat Technologies GmbH und secunet Security Networks AG. SecuStack bietet künftig Lösungen an, um Anwendungen in der Cloud sicher auszuführen. Das Angebot richtet sich vor allem an die öffentliche Hand und alle Unternehmen, die ihre sensiblen Daten bisher nicht in der Cloud verarbeiten lassen wollen oder dürfen. Bei SecuStack handelt es sich um ein Cloud-Betriebssystem, das mittels „Infrastructure as a Service“ (IaaS) die einfache und sichere Bereitstellung von Ressourcen für den Betrieb von Cloud-Anwendungen ermöglicht. Als Erweiterung von OpenStack ist es mit diesem vollständig kompatibel. Transparent integrierte kryptographische Mechanismen machen das Übertragen, Speichern und Verarbeiten von Daten sowie die Vernetzung von Ressourcen in einer OpenStack-Umgebung nun durchgängig sicher.

Was bedeutet für Dich digitale Souveränität?

Nicht erst seit der Corona-Krise – dadurch aber deutlich beschleunigt – kann die Digitalisierung in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat dauerhaft nur störungsfrei und erfolgreich funktionieren, wenn die Grundvoraussetzung einer breiten Cyber-Resilienz gegeben ist. Diese lässt sich durch den Einsatz von qualitativ hochwertigen IT-Sicherheitsprodukten herstellen. Digitale Souveränität in Deutschland und Europa beruht meiner Meinung nach ganz wesentlich auf drei untrennbaren Säulen: Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Transparenz. Vor diesem Hintergrund ermöglicht es zum Beispiel unsere Cloud-Lösung SecuStack Unternehmen und Organisationen, stets die volle Kontrolle über ihre verarbeiteten und gespeicherten Daten zu behalten und sich nicht in eine digitale Abhängigkeit begeben zu müssen. Hierbei gibt es auch große Überschneidungen mit den Zielen des Sovereign Cloud Stacks (SCS), den die OSBA aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz finanziert. Wir möchten bei diesem Projekt auch ganz konkrete Synergieeffekte erzielen.

Was hat Dich davon überzeugt, Mitglied in unserem Verband zu werden?

Wir verfolgen den Verein OSB Alliance und seine Aktivitäten und Maßnahmen bereits seit dessen Gründung sehr aufmerksam, denn das Thema Open Source beziehungsweise offene Standards spielt für das Unternehmen secunet und die Entwicklung unserer Produkte und Dienstleitungen von jeher eine wichtige Rolle. Unser Interesse an einer aktiven Mitwirkung in der OSB Alliance hat sich mit der Entwicklung des schon erwähnten SCS als technischem Unterbau für Gaia-X noch weiter gesteigert. Wir sehen in dem Verein OSB Alliance eine Möglichkeit und eine geeignete Plattform, um die zentrale Rolle, die Open-Source-Software und offene Standards für eine digital souveräne Gesellschaft spielen, noch stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und entsprechende Fördermaßnahmen – gerade auch seitens der Politik – zu bewirken. Mit unserem Beitritt möchten wir entsprechende Aktivitäten und Maßnahmen zukünftig selbst aktiv unterstützen.