Alle Jurymitglieder mit allen Finalisten des Open Source Wettbewerbs 2026 in den Kategorien „Fachverfahren“, „Interne Verwaltungsanwendungen“, „Transformation“ und „Künstliche Intelligenz“ sowie den Preisträgern der Sonderpreise „Community-Award“ und „Strategie & Leadership“. Foto: Simon Salzig
Die Gewinner des Open Source Wettbewerbs für Behörden und öffentliche Institutionen stehen fest. Auf der Smart Country Convention (SCCON) in Berlin stellten gestern zwölf Finalisten ihre Projekte in Live-Pitches vor. Im Anschluss zeichnete die Jury die Gewinner aus. Vergeben wurden Preise in vier Kategorien, darunter erstmals zum Thema Künstliche Intelligenz. Hinzu kamen der Sonderpreis für Strategie & Leadership und der Community Award.
Die Gewinner 2026 auf einen Blick sind:
- Fachverfahren: XMAS, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg
- Interne Verwaltungsanwendungen: F13, InnoLab_bw des Staatsministeriums Baden-Württemberg
- Transformation: KoliBri, Informationstechnikzentrum Bund
- Künstliche Intelligenz: BaKIM, Stadt Bamberg
- Sonderpreis Strategie & Leadership: Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
- Community Award: HAL-Plan, Stadt Halle (Saale)
Mit 65 Einreichungen und mehr als 6.000 Stimmen im Community-Voting fiel die Beteiligung in der zweiten Ausgabe des Wettbewerbs deutlich höher aus als im Vorjahr. Träger des Wettbewerbs ist die Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. (OSBA). Die Schirmherrschaft hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung übernommen.
Peter H. Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSBA sagt dazu: „Die öffentliche Verwaltung kann nur dann digital souverän handeln, wenn sie die Software, mit der sie arbeitet, verstehen, kontrollieren und selbst weiterentwickeln kann. Die Projekte in diesem Jahr haben eindrucksvoll gezeigt, wie viel Innovationskraft in der Verwaltung steckt, wenn sie auf Open Source setzt und Lösungen mit anderen teilt. Die hohe Beteiligung bestärkt uns darin, den Open Source Wettbewerb auch 2027 fortzuführen.“
Unter dem Motto „Moderne Verwaltung. Innovation. Digitale Souveränität“ suchte der Wettbewerb nach Open-Source-Lösungen aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen. Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) begleitete die Initiative als ideeller Träger. Eingereicht wurden Projekte unter anderem von kommunalen IT-Dienstleistern, Landesbehörden und Bundesinstitutionen.
Die Preisträger des Wettbewerbs im Einzelnen
Kategorie Fachverfahren: XMAS
In der Kategorie Fachverfahren ging der Preis an den Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg für XMAS. Bebauungspläne und kommunale Wärmepläne müssen zunehmend in einheitlichen digitalen Formaten erstellt werden. XMAS ist ein frei verfügbares Werkzeug, mit dem Kommunen und Planungsbüros solche Pläne erfassen und prüfen können, ohne teure Spezialsoftware kaufen zu müssen. Die Jury hob hervor, dass die Lösung auch kleineren Kommunen offensteht. Bundesweit sind rund 11.000 Kommunen für die Bauleitplanung zuständig.
Kategorie Interne Verwaltungsanwendungen: F13
In der Kategorie Interne Verwaltungsanwendungen zeichnete die Jury das InnoLab_bw des Staatsministeriums Baden-Württemberg für F13 aus. F13 ist ein KI-Assistent, der Beschäftigte der Landesverwaltung bei der täglichen Arbeit mit Texten und Dokumenten unterstützt. Behörden können eigene Funktionen ergänzen. So hat das Saarland eine Funktion zum Verschriftlichen von Gesprächen beigesteuert, und auch an Schulen in Baden-Württemberg kommt F13 zum Einsatz. Die Jury würdigte insbesondere die wachsende Gemeinschaft, die den Assistenten länderübergreifend weiterentwickelt.
Kategorie Transformation: KoliBri
In der Kategorie Transformation ging der Preis an das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) für KoliBri. Websites und Online-Dienste der Verwaltung müssen barrierefrei sein, also auch für Menschen mit Seh- oder anderen Einschränkungen nutzbar. KoliBri stellt dafür fertige, geprüfte Bausteine wie Schaltflächen, Formulare und Menüs bereit, die diese Anforderungen von vornherein erfüllen. Behörden können ihr eigenes Erscheinungsbild dabei beibehalten. Die Jury hob hervor, dass Barrierefreiheit so einmal entwickelt und vielfach genutzt wird.
Kategorie Künstliche Intelligenz: BaKIM
In der Kategorie Künstliche Intelligenz ging der Preis an die Stadt Bamberg für BaKIM. Das Projekt wertet Drohnenfotos mithilfe von KI aus, erkennt Baumarten und zeigt früh, welche Bäume geschwächt sind. Kommunen können so Pflege und Klimaanpassung gezielter planen und sparen aufwendige Kontrollgänge. Seit April 2026 können auch andere Kommunen eigene Drohnenbilder über eine Webanwendung auswerten lassen. Die Jury hob hervor, dass Software, KI-Modelle und Trainingsdaten frei nutzbar sind.
Sonderpreise
Den Sonderpreis für Strategie & Leadership erhielt Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Die Jury würdigte, wie konsequent das Ministerium die Rahmenbedingungen für Open Source in kurzer Zeit verändert hat. Mit den gemeinsam mit der Wirtschaft überarbeiteten EVB-IT wird Open Source zum Standard bei neuen Softwareprojekten des Bundes. Vergabestellen erhalten damit erstmals einen einheitlichen, rechtssicheren Vertragsrahmen. Mit dem Deutschland-Stack hat der IT-Planungsrat zudem offene, interoperable Standards für Bund, Länder und Kommunen verbindlich gemacht. Über SPARK stellt das BMDS außerdem KI-Module für Planungs- und Genehmigungsverfahren als Open Source bereit.
Den Community Award gewann die Stadt Halle (Saale) mit HAL-Plan. Auf das Projekt entfielen 349 der mehr als 6.000 abgegebenen Stimmen. Der Preis wurde bereits am 13. Oktober im Open Source Park der OSBA verliehen.
Die Jury
Eine hochrangig besetzte Jury aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft bewertete die Einreichungen. Ihr gehörten an: Katja Wilken (Präsidentin des Bundesverwaltungsamtes), Peter H. Ganten (Vorstandsvorsitzender der OSBA), Leonhard Kugler (Geschäftsführer des ZenDiS), Holger Pfister (Vice President DACH bei SUSE), Stefan Zosel (VP Global Cloud Lead Public Sector bei Capgemini), Thomas Grosser (Geschäftsführer der Cloudogu GmbH), Peer Heinlein (Gründer und CEO der Heinlein Group), Dr. Markus Noga (Chief Technology Officer der IONOS SE), Martin Schallbruch (Vorstandsvorsitzender der govdigital eG) sowie Prof. Dr. Dirk Riehle (Professor für Open-Source-Software an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).
Bildmaterial zur Preisverleihung steht zum Download bereit: www.open-source-wettbewerb.de/galerie
Über die Träger und Veranstalter des Wettbewerbs
Der Open Source Wettbewerb wird seit 2025 von der Open Source Business Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. (OSBA) durchgeführt. Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) begleitet die Initiative als ideeller Träger.
Finanziell und organisatorisch wird der Wettbewerb von SUSE und Capgemini unterstützt.
Open Source Business Alliance (OSBA)
Die Open Source Business Alliance (OSBA) – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. ist der Verband der Open-Source-Industrie in Deutschland und vertritt über 260 Mitgliedsunternehmen. Die OSBA setzt sich als größter Open-Source-Verband Europas dafür ein, die zentrale Bedeutung von Open-Source-Software und offenen Standards für einen erfolgreichen digitalen Wandel im öffentlichen Bewusstsein nachhaltig zu verankern.
Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS)
Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) wurde 2022 durch die Bundesregierung gegründet. Als Kompetenz- und Servicezentrum unterstützt das ZenDiS die Öffentliche Verwaltung auf Ebene von Bund, Ländern und Kommunen dabei, ihre Handlungsfähigkeit im digitalen Raum langfristig abzusichern – vor allem, indem kritische Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern aufgelöst werden. Das ZenDiS ist eine GmbH und liegt derzeit zu 100 Prozent in der Hand des Bundes. Die Beteiligungsführung liegt beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS). Sitz des ZenDiS ist Bochum. (www.zendis.de)
SUSE
SUSE ist der führende Anbieter von souveräner offener Infrastruktur, auf der hybride KI läuft. Aufbauend auf 30 Jahren Zusammenarbeit mit der Community verwandeln wir Open Source Innovationen in sichere, unternehmenstaugliche Lösungen für geschäftskritische Umgebungen. SUSE steht für Wahlfreiheit und Neutralität und bietet die einzige Plattform, um jede Linux- und Kubernetes-Distribution zu verwalten. Mit unserer offenen Infrastrukturplattform und unserem Partnerökosystem gewinnen IT-Verantwortliche die Kontrolle über ihre Daten, Budgets und Strategien für souveräne KI. Unsere Lösungen lassen sich in hybriden Umgebungen einsetzen – von Entwicklerarbeitsplätzen und On-Premises-Rechenzentren über Multi-Cloud-Umgebungen bis hin zum äußersten Edge – und sind für SAP optimiert und zertifiziert. Bei SUSE gilt der Grundsatz „Choice Happens“. (suse.com)
