Digitale Souveränität ist aktuell zweifellos eines der wichtigsten Themen für CIOs und IT-Entscheider. Dabei geht es um die Kontrolle über eigene Daten und geschäftskritische Infrastrukturen, um die Resilienz von Systemen und um technologische Abhängigkeiten. Doch ein Aspekt wird bei der Diskussion häufig übersehen: die Nutzerinnen und Nutzer.
Beim Thema E-Mail-Kommunikation beispielsweise setzen viele Unternehmen auf etablierte, häufig nicht europäische Tools. Das liegt nicht unbedingt an fehlenden Alternativen oder mangelndem Veränderungswillen, sondern oftmals daran, dass eine neue Lösung einfach nicht zu den etablierten Abläufen passt.
Denn gerade die E-Mail-Infrastruktur ist so eng mit vielen Prozessen im Unternehmen verbunden, dass sie quasi das Rückgrat des Geschäftsbetriebs bildet. Dazu gehören Kalender, Einladungen, gemeinsame Postfächer, Freigaben und persönliche Einstellungen. Über Jahre entwickeln sich daraus vertraute Workflows und individuelle Umgebungen. Bei einer Migration müssen diese Zusammenhänge berücksichtigt werden. Werden Funktionen oder gewohnte Orientierungspunkte nicht übernommen, können Workflows gestört oder im schlimmsten Fall ganz zum Erliegen gebracht werden – mit drastischen Konsequenzen für den Geschäftsbetrieb.
Eine Migration sollte deshalb nicht allein als technische Übertragung von Daten verstanden werden. Vielmehr geht es darum, den bestehenden Arbeitskontext so weit wie möglich zu erhalten und den Beschäftigten einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen. Wo immer möglich, sollten Nutzerinnen und Nutzer mit ihrer gewohnten Anwendung und ihren vertrauten Abläufen weiterarbeiten können, während im Hintergrund eine souveräne technische Infrastruktur zum Einsatz kommt.
So können Unternehmen ihre Kommunikationsinfrastruktur schrittweise verändern, ohne den laufenden Betrieb unnötig zu belasten. Die Beschäftigten können mit ihren vertrauten Werkzeugen weiterarbeiten und sich in ihrem eigenen Tempo mit neuen Möglichkeiten vertraut machen. Digitale Souveränität wird so im Alltag erfahrbar.


