Das Digitalministerium von Schleswig-Holstein hat ein Impulspapier veröffentlicht, in dem konkrete Umsetzungsvorschläge für den von der Bundesregierung geplanten Deutschland-Stack gemacht werden. Dem Papier zufolge sind Open Source Software und Kooperation die Basis für einen interoperablen, leistungsfähigen und digital souveränen Deutschland-Stack. Die Open Source Business Alliance sowie einige Verbandsmitglieder waren an der Erarbeitung des Papiers beteiligt.

Die Entwicklung des Deutschland-Stacks steht noch am Anfang

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung das Ziel formuliert, einen offenen, interoperablen und europäisch anschlussfähigen Deutschland-Stack zu entwickeln. Bis zum Jahr 2028 sollen Bund, Länder und Kommunen den Stack nutzen können. Die Entwicklung des Deutschland-Stacks steht im Moment aber noch ganz am Anfang. Das ist auch verständlich, wenn man bedenkt, dass nach der Regierungsbildung das Bundesdigitalministerium quasi ganz neu aufgebaut wurde. Nach den ersten 100 Tagen im Amt hat die Bundesregierung bisher beim Deutschland-Stack allerdings noch keinen Schwerpunkt auf Open Source gelegt. Das haben wir in einer Pressemitteilung kritisiert.

In der Open-Source-Branche gibt es eine große Bereitschaft, sich am Aufbau eines interoperablen Deutschland-Stacks zu beteiligen. Für entsprechende Entwicklungen und Investitionen braucht es aber natürlich Planbarkeit und klare Vorgaben, an denen sich die Unternehmen orientieren können.

Dirk Schrödter, Digitalminister aus Schleswig-Holstein, bietet der Bundesregierung mit dem Impulspapier jetzt Unterstützung bei der Entwicklung des Deutschland-Stacks an. Das Papier bündelt technologische, organisatorische und rechtliche Leitplanken, um Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einem digitalen Ökosystem zusammenzubringen.

Der Deutschland-Stack braucht ein lebendiges Ökosystem

Der Deutschland-Stack soll Verwaltungsprozesse digitalisieren, medienbruchfreie Abläufe schaffen und Unternehmen wie Bürgerinnen und Bürgern einfache und sichere Zugänge zu digitalen Diensten bieten. Gleichzeitig muss er als industriepolitisches Instrument verstanden werden: Durch die gezielte Einbindung der Digitalwirtschaft sollen Wertschöpfung und Know-how in Deutschland und Europa bleiben. Um den Stack von Beginn an im Ökosystem zu entwickeln, erscheint es sinnvoll, eine offene Entwicklerkonferenz zu planen, eine gemeinsamen Roadmap festzulegen, sowie die schrittweise Veröffentlichung erster Komponenten auf openCode umzusetzen. So entstehe von Beginn an ein lebendiges Ökosystem, in dem öffentliche Hand und private Anbieter gemeinsam an Lösungen arbeiteten, so Schrödter.

„Der Deutschland-Stack ist kein reines IT-Projekt – er ist die Grundlage für eine souveräne, moderne und bürgernahe digitale Verwaltung, die im europäischen Verbund funktioniert“, betonte Minister Dirk Schrödter.

Konkrete Vorschläge für die Umsetzung

Kernpunkte des Deutschland-Stacks sollten sein:

  • Offene Standards & openCode: Alle Komponenten sollten auf Basis offener Standards entwickelt und vollständig auf openCode veröffentlicht werden, um Transparenz zu und damit Beteiligung zu fördern.
  • Zentral & dezentral zugleich: Kritische Basisdienste sollten zentral angeboten und betrieben werden, während Fachanwendungen und Zusatzlösungen dezentral von Verwaltung und Wirtschaft entwickelt werden können.
  • Open Source im Fokus: Die heimischen Digitalwirtschaft und Start-ups sollten durch aktive Einbindung in die Entwicklung von Open Source Lösungen gestärkt werden. Dies fördert Offenheit, Interoperabilität und Anschlussfähigkeit in allen Richtungen ganz im Sinne einer offenen Innovationskraft.
  • Europäische Anschlussfähigkeit: Integration erprobter Lösungen wie X-Road oder OZG-Cloud, um vollständig digitale Prozessketten und Datenaustausche auch grenzüberschreitend zu ermöglichen.
  • Klare Governance: Ein kooperatives Steuerungsmodell sollte für Innovationsfreiheit sorgen, ohne in endloser Gremienarbeit zu verharren.

Das vollständige Impulspapier kann hier heruntergeladen werden.