Vorlieben, Hobbys, Krankheiten, Geschäfte

– Privatsphäre und Sicherheit beim Internet-Surfen ist keine Option, sondern ein Muss

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Reporter des NDR berichten, dass selbst aus anonymisierten Daten zum Surfverhalten Personen identifiziert werden können. Mit dem Iridium-Browser gibt es einen kostenfrei verfügbaren Internetbrowser, der besonderes Augenmerk auf Privatsphäre legt.

Am 1. November veröffentlichten Journalisten des NDR einen Beitrag, wie sie aus offiziell erworbenen Daten zum Surfverhalten von Millionen Deutschen nicht nur einzelne Personen identifizierten, sondern auch Rückschlüsse auf Krankheiten, sexuelle Vorlieben oder sogar Drogenkonsum schließen konnten. Im genannten Beispiel wurden die Daten über ein Internetbrowser-Plugin erfasst und gesammelt. Doch dazu braucht es nicht zwingend besondere Plugins, denn viele Browser erfassen auch ohne Zusatz-Tools mehr Daten von jedem einzelnen Nutzer als notwendig.
Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im Unternehmensumfeld, wo beispielsweise Cloud-Anwendungen moderne Browser-Technologien erfordern, gilt es einen Kompromiss zwischen einem modernen Browser und der Privatsphäre und Sicherheit für Anwender und Unternehmen zu finden. Weit verbreitete und viel genutzte Browser verfügen über diese notwendigen Technologien. Aber es sind genau diese technologischen Eigenschaften, welche das Ausspionieren der Nutzer ermöglichen und großen Mengen an Inhalten und Nutzerverhalten automatisch an die Hersteller senden – ohne das Wissen des Nutzers. Eine Lösung für dieses Problem und die Einhaltung der privaten und betrieblichen Privatsphäre ist der kostenlose Iriduim Browser. Dieser Open Source Browser wurde auf Basis des Chromium-Programmcode entwickelt. Er bietet alle Technologien, die heute für Privatanwender und Unternehmen wichtig sind und schließt gleichzeitig die Sicherheitslücken für die Privatsphäre.

„Generell bietet der Chromium-Browser alle notwendigen und modernen Schnittstellen, wie WebRTC oder einen sehr leistungsfähigen JavaScript-Parser“, erklärt Michael Kromer, VP Technology & Architecture bei Kopano. „Wir wissen aber auch, dass der Chromium-Browser ein Projekt von Google ist und viele Eingaben zur Analyse an die Google-Cloud schickt, was uns natürlich besorgt. Deswegen haben sich Firmen wie Kopano, Nextcloud, Spreed.me und Zarafa zusammengetan, um auf Basis des Chromium-Browser den kostenfreien Open Source Iridium-Browser zu entwickeln und die Lücken für die Privatsphäre zu schließen.“

Die gemeinsame Entwicklung des Iridium-Browser erfolgt unter dem Dach der Open Source Business Alliance. Hier finden sich unterschiedliche kommerzielle OpenSource-Unternehmen zusammen, um mit ihrem großen Erfahrungsschatz und Wissen gemeinschaftlich an diesem kostenfrei verfügbaren Browser zu arbeiten.

Der Iridium-Browser basiert auf den Quellcode von Chromium. Mit einem ständig weiterentwickelten Patchset werden Funktionen, welche die Privatsphäre der Benutzer einschränken, entfernt. Zudem sind einige Sicherheitsfunktionen verstärkt, um eine noch höhere Sicherheit für den Nutzer zu gewährleisten.