Um in Pandemiezeiten allen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, beauftragte die Stadt Wolfsburg im Frühjahr 2020 die LINET GmbH mit der Einrichtung virtueller Klassenräume. Aus datenschutzrechtlichen Gründen war schnell klar, dass Videoconferencing-Lösungen amerikanischer Tech-Unternehmen nicht infrage kommen. Das Open-Source-Konferenztool BigBlueBotton stellte durch seinen Funktionsumfang wie mögliche Breakout-Sessions und digitalen Whiteboards, eine gute und sichere Alternative dar. Die Software ermöglicht das Online-Lernen über eine Video-, Audio- und Chatfunktion und das Teilen des Bildschirms mit allen Teilnehmern. Der Betrieb erfolgt auf der gridscale Cloud-Plattform, die sich mit ihren Server-, Netzwerk- und Storage-Kapazitäten im Frankfurter Hochsicherheitsrechenzentrum befindet.

Steigende Nutzerzahlen und anpassbare Rechenleistung

Der Fokus beim Aufbau einer Bildungsplattform liegt darauf, tatsächlich allen Schülerinnen und Schülern schnelles und unterbrechungsfreies remote Lernen zu Hause zu ermöglichen. Wohnorte in ländlichen und internetschwachen Regionen bedeuten dabei auch für die Stadt Wolfsburg eine besondere Herausforderung.

“Die neue Cloud-Plattform bleibt ausfallsicher und reagiert dynamisch auf wechselnde Zugriffslast. Alternativ zum Online-Zugriff ist über das System auch die telefonische Einwahl in den virtuellen Klassenraum möglich. Dies führt zu einer hohen Verlässlichkeit in unserer Schullandschaft und für einen guten Zugang zu den Bildungsangeboten“,

erläutert Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration Iris Bothe.

Automatisierte Prozessabläufe über RESTful API

Der Vorteil der nahezu beliebigen Skalierbarkeit zeigte sich gerade im Herbst letzten Jahres, denn mit dem zweiten Lockdown explodierten die Nutzerzahlen. Kein Problem, denn die jeweilige Kapazität und Rechenleistung stellt die gridscale Cloud dynamisch und immer im ausreichenden Umfang zur Verfügung. Zur Vermeidung eines jeweils notwendigen, manuellen Eingriffs, wurden sämtliche Prozessabläufe über die API-Schnittstelle von gridscale automatisiert und als atmende Cloud-Infrastruktur von der LINET Services GmbH in die technische Gesamtarchitektur eingebunden.

Conference Nodes als skalierendes Element

Aktuell arbeiten 25 Netzwerkknoten als Conference Nodes für die Video- und Tonverarbeitung bei den Videocalls – im Mai 2020 war das System mit fünf Netzwerkknoten gestartet. In Vorbereitung auf die steigende Nachfrage sind bereits 10 weitere Conference-Nodes vorinstalliert und bei Bedarf innerhalb weniger Minuten hochfahrbar.

“Das skalierende Element und damit quasi der atmende Faktor sind hier die Conference Nodes. Die LINET nutzt den vollen Umfang der Automatisierung der gridscale Plattform und erreicht dadurch einen hohen Grad in der Elastizität der bereitgestellten Umgebung.”,

erläutert Felix Kronlage-Dammers, COO von gridscale, die Vorteile der Cloud-Architektur.

“Wir fahren die Nodes, also die verschiedenen Verbindungspunkte, über Nacht automatisiert herunter, da dort kein Unterricht stattfindet. Dank ausschließlich nutzungsbasierter Abrechnung der Cloud-Ressourcen ist das die mit Abstand effizienteste und kostengünstigste Lösung für diesen Einsatzzweck.”,

ergänzt Timo Springmann, Geschäftsführer der LINET Services GmbH.

Langjährige Partnerschaft

Bereits seit 2017 realisiert die Stadt Wolfsburg gemeinsam mit LINET das auf der Cloudlösung UCS@school basierende Bildungsportal „wobila“, das perspektivisch die zentrale digitale Lernumgebung der Wolfsburger Bildungslandschaft werden soll.

„Da wir bereits in der Zusammenarbeit beim Bildungsportal sehr gute Erfahrungen mit LINET gemacht hatten, war für uns klar, dass wir auch jetzt, in dieser dringlichen Lage, auf das Unternehmen zählen können. Das Bildungsportal-Projekt war die ideale Basis für die schnelle Umsetzung der in der Corona-Krise geforderten digitalen Beschulungslösungen.”

begründet Karsten Ostendorf, Leiter der Abteilung IT an Schulen des Geschäftsbereiches Schule bei der Stadt Wolfsburg die Entscheidung für LINET und gridscale.