Die MFG Stiftung schreibt zum fünften Mal das Karl-Steinbuch-Forschungsprogramm aus, das sich an anwendungsorientierte Wissenschaftler in Baden-Württemberg richtet. Gesucht sind innovative Forschungsarbeiten mit Relevanz für die Kultur- und Kreativwirtschaft, insbesondere solche, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basieren. Projekte werden mit maximal 60.000 Euro unterstützt. Erstmals können nun auch Forschungsprojekte im Bereich Virtual Reality eingreicht werden, die bis zu 40.000 Euro erhalten. Bewerbungen sind bis Anfang Juni möglich.

Interaktion: Mensch und Maschine

Mobile Endgeräte Tablets und Smartphones sind längst Teil unserer Alltags geworden. Die Interaktion mit den Mini-Computern und ihren responsive Designs ist irgendwo zwischen realer und digitaler Welt zu verorten: Mensch-Maschine-Interaktion lautet das Stichwort. Aktion und Reaktion stehen im Fokus der Bewegungsabläufe. In genau diesem Bereich forscht Professorin Kirstin Kohler von der Hochschule Mannheim.

Ihre Forschungsarbeit „Physical to Digital Interactions“ – kurz Phy2Di – widmet sich dem Übergang der analogen zur digitalen Welt. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet Kirstin Kohler daran, den Alltag von Anwendern aus der Kreativwirtschaft zu vereinfachen. Zum Beispiel mit einem Stift, der Handgeschriebenes automatisch digitalisiert. Phy2Di ist eins von zwei Projekten, die derzeit im Karl-Steinbuch-Forschungsprogramm (KSF) laufen.

Praxisbezug gefragt

Kirstin Kohler schätzt die Zusammenarbeit mit der MFG Stiftung: „Als Professorin an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften brauche ich für jedes Projekt, das ich umsetzen will, Fördermittel. Umso mehr freue ich mich, dass uns die MFG unterstützt.“ Einen weiteren Vorteil sieht Kohler in der Vernetzungsarbeit, die die Stiftung leistet: „Auf diese Weise können wir wertvolle Kontakte knüpfen, um unsere Forschung voranzubringen.“

Wissenschaftler, die diese Chance auf Unterstützung nutzen möchten, können bis zum 2. Juni 2016 Projektskizzen bei der MFG Stiftung einreichen. Die ausgewählten Projekte erhalten bis zu 60.000 Euro Unterstützung – bei Laufzeiten von bis zu zwei Jahren. Das KSF richtet sich an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) im Land, an die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und die Filmakademie Baden-Württemberg.

Neu: Forschungsarbeiten im Bereich Virtual Reality gesucht

Zusätzliche Mittel erweitern bei der aktuellen Ausschreibung die Fördermöglichkeiten, denn Forscher können auch Projekte aus dem Bereich Virtual Reality einreichen. Ob Wissensmanagement in virtuellen Laboren, Simulationen in VR-Umgebungen, Forschungstransfer oder Interaktionskonzepte – das Themenspektrum ist weit gefasst. Die beiden ausgewählten Projekte erhalten ein Jahr lang jeweils bis zu 40.000 Euro.

Das KSF soll es Hochschulen ermöglichen, ihr Profil im Forschungsbereich weiter zu schärfen. Die Fragestellungen der Projekte können aus den Wirtschafts- wie Sozialwissenschaften kommen oder einen technischen Hintergrund haben, auch interdisziplinäre Vorhaben sind erwünscht. Den Bezug zur Kultur- und Kreativwirtschaft sollten jedoch alle Projekte aufweisen.

Innovationsgehalt und Lösungskompetenz sind maßgeblich

Eine Experten-Jury wählt die Projekte aus, die ab Herbst umgesetzt werden. Überzeugen können Forschungsvorhaben mit Innovationsgehalt, Praxisbezug und regionaler Bedeutung. Darüber hinaus sind die Qualität des Forschungsdesigns und die praktische Umsetzung wichtig.

2016 geht das KSF bereits in die fünfte Runde. Acht Forschungsprojekte wurden bislang erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse erscheinen in Forschungsberichten. Neben Phy2Di hat die MFG Stiftung die Filmakademie Baden-Württemberg mit dem Projekt „Digitale Darsteller in dokumentarischen Filmproduktionen“ beauftragt.

Weiterführende Links:
karl-steinbuch-forschungsprogramm.de | stiftung.mfg.de