Die Anforderungen von Schulen an ihre IT wachsen stetig: Digitale Medien werden in Lehr- und Lernmethoden eingebunden, IT-Dienste und Internet genutzt und eine Vielzahl privater Endgeräte stehen potenziell zur Verfügung. Um diesen Herausforderungen zu begegnen ist eine gut geplante und umgesetzte Bereitstellung von lernförderlichen IT-Infrastrukturen essentiell.

Ein umfassendes Konzept für eine alltagstaugliche IT-Infrastruktur für Schulen haben die Firmen Univention und itslearning zusammen mit den Bremer Instituten ifib und LIS während eines didacta-Vortrages vorgestellt. Erörtert wurde dabei die erfolgreiche Zusammenarbeit der vier bei der Umsetzung des Bremers „Masterplan Medienbildung“ für Schulen. Laut der Studie „Länderindikator 2015“ (Deutsche Telekom Stiftung) hat dies Bremen inzwischen eine Spitzenposition im deutschlandweiten Ländervergleich bei der Nutzung und Implementierung digitaler Medien an Schulen eingebracht.

Das Bremer Konzept

Wichtige Bestandteile der lernfördernden IT-Infrastruktur in Bremen bilden der Univention Corporate Server (UCS) mit der integrierten Lösung UCS@school und die Lernplattform itslearning. Während des Vortrags wurden einzelne Aspekte der Lösung erörtert:

Michael Plehnert vom LIS erläuterte: „Die technische Basis für die einheitliche IT-Lösung, die wir vom Landesmedienzentrum allen Bremer Schulen anbieten, ist das mit Univention Corporate Server, einer Betriebs- und Managementplattform für IT in Organisationen, umgesetzte Identity und Access Management. Mit der darin integrierten Lösung UCS@school können vorhandene Klassenstrukturen genauso wie einzelne Benutzerkonten ohne Mehraufwand in der Lernplattform itslearning weiterverwendet werden. So kann eine Lehrerin oder ein Lehrer zum Beispiel auf itslearning einen neuen Fachkurs anlegen und diesem zentral eine bestimmte Klasse zuordnen anstatt einzeln Schüler hinzufügen zu müssen.“

Barbara Brennecke, Commercial Manager bei itslearning, die in der Vortragsreihe die in Bremen im Einsatz befindliche, weltweit bei großen Schulträgern eingesetzte, personalisierte Lernumgebung vorstellte, betonte, wie einfach und schnell die Anbindung von itslearning durch standardisierte Schnittstellen umgesetzt werden konnte. Der Abgleich der rund 70.000 Nutzerkonten der Plattform erfolgt in Bremen automatisch. Technische Basis dafür ist der sogenannte Listener-Mechanismus, der bei Änderungen im LDAP-Verzeichnisdienst, welcher zentral von der Schulbehörde in Bremen betrieben wird, die Synchronisation der Nutzerdaten anstößt.

Jan Christoph Ebersbach, Product Manager Education bei Univention, erklärte den offenen Plattformgedanken von UCS@school, auf dem unterschiedlichste Services und Applikationen betrieben werden können. Anspruch an die Software ist, eine ortsunabhängige Nutzung von IT aus dem Unterricht genauso wie von zu Hause zu ermöglichen, um geänderten Lern- und Lehrgewohnheiten genauso Rechnung zu tragen wie den gestiegenen Ansprüchen an die Einbindung mobiler Geräte.

UCS@school

Die IT-Schullösung UCS@school bietet neben dem Verzeichnisdienst, der ein zentrales Identity und Access Management ermöglicht, auch ein integriertes App Center, das Cloud-Dienste und lokal vom Schulträger betriebene Dienste gleichermaßen bedient und auch hybride Infrastrukturen ermöglicht. Dieses App Center bietet rund 75 Applikationen, zu denen E-Mail-Dienste, Private-Cloud-Lösungen, aber auch Bildungs-Lernplattformen wie WebWeaver oder EDYOU gehören. Sämtliche Applikationen sind dabei untereinander über das Identity und Access Management verbunden, sodass sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte per Single Sign-On an diesen anmelden können.
Das Identity und Access Management selbst wird zwar zentral vom Schulträger betrieben, die einzelnen Schulen haben aber selbst umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten über die webbasierte Schulkonsole. So können Lehrer beispielsweise die Passwörter setzen oder Schüler bestimmten Arbeitsgruppen oder Klassen zuordnen.
Univention arbeitet kontinuierlich daran, UCS@school zu verbessern und aktuelle Entwicklungen zu integrieren. Das nächste Release ist im Frühjahr 2016 geplant.
Weitere Informationen im Whitepaper von ifib und Univention.