OSBA – Open Source Business Alliance https://osb-alliance.de Tue, 24 Apr 2018 14:10:32 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.5 c.a.p.e. IT macht Mittelstand fit für Industrie 4.0 https://osb-alliance.de/news/allgemein/c-a-p-e-it-macht-mittelstand-fit-fuer-industrie-4-0 Fri, 20 Apr 2018 11:50:56 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6528 Bei KIX Professional MRO (Maintenance, Repair und Overhaul) handelt es sich um eine Software, die das Auftragsmanagement in der Instandhaltung perfektioniert und IT und Industrie noch enger zusammenwachsen lässt, um den Anforderungen der Industrie 4.0 vollumfänglich gerecht werden zu können. Die Software ist umfangreich konfigurierbar, offen und vielseitig integrierbar und macht eine vorausschauende Wartung einzelner Maschinen, aber auch ganzer Anlagen möglich. Dank dieser innovativen Software werden komplexe Prozesse visuell greifbar.

Rico Barth, Geschäftsführer des Softwareherstellers c.a.p.e. IT: „Das System erfüllt die Anforderungen an eine anspruchsvolle Serviceumgebung und bietet vom Wartungsplaner, über das Touren-Management bis hin zur Erfassung von Serviceverträgen alles, was in der heutigen hoch technisierten Industrie gebraucht wird, um vorausschauend instandhalten zu können“.

Außerdem zeigt das Chemnitzer Unternehmen den Prototypen einer nutzerzentrierten bildgeführten App zur Unterstützung der Servicetechniker vor Ort bei einer Entstörung, sowie ein speziell für die Industrie entwickeltes Tablet zur ergonomischen Handhabung durch den Instandhalter. Auf diesem Gebiet arbeitet c.a.p.e.IT mit dem Institut für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz zusammen. Beides kann im Rahmen der Hannover Messe ausgiebig getestet werden.

Wie bereits im letzten Jahr hat die c.a.p.e.IT GmbH auch 2018 einen Partnerstand mit der nowisys IT-Service GmbH. Beide Unternehmen entwickeln Open Source Software aus Überzeugung und haben damit sachsenweit ein Alleinstellungsmerkmal. Sie sorgen mit ihren Lösungen dafür, dass die industrielle Digitalisierung des sächsischen produzierenden Mittelstands im Kontext der Industrie 4.0 voranschreiten kann. nowisys präsentiert auf der Hannover Messe 2018 seine neue Version des Open Source Datenkollektors und – Analysesystems „openHamster“.

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Vergabevorschriften werden einseitig interpretiert https://osb-alliance.de/blog/vergabevorschriften-werden-einseitig-interpretiert Wed, 18 Apr 2018 12:50:30 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6498
Foto: tvjoern, Pixelio

Eine Antwort aus dem Bundesinnenministerium auf eine kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Victor Perli, für die Linke Mitglied im Haushaltsausschuss, hat in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit bekommen. Demnach werden Bundesministerien und ihnen nachgeordnete Behörden zwischen 2015 und 2019 rund 250 Millionen Euro an Microsoft zahlen. Die Detailangaben sind recht unklar. Es scheint sich um die reinen Lizenzkosten zu handeln, während Folgekosten für Systemintegration, Support etc., die üblicherweise wesentlich höher ausfallen, wohl nicht enthalten sind.

Über „eine Viertelmilliarde Euro für Microsoft“ haben sich viele Kommentarschreiber auf den einschlägigen Internetportalen aufgeregt. Es sind bei rund 500.000 Mitarbeitern in diesen Behörden 100 Euro pro Jahr. Das Soll ein Aufreger sein? Und Folgekosten gibt es schließlich auch bei jeder anderen Software, herstellerunabhängig. Oder?

Genau das ist der Punkt: Kosten sind kein Argument gegen Microsoft und auch nicht gegen Oracle oder SAP oder… Auch Open-Source-Software ist nicht kostenlos, sondern – keine professionelle Anwenderorganisation wird darauf verzichten – mit Subskriptionen für den Support verbunden. Außerdem ist es durchaus im Sinne des Steuerzahlers, dass der Staat die Software kauft, die er am günstigsten bekommen kann, und wenn es im Ausland ist. Kann man sich über den Protektionismus eines Donald Trump ereifern und gleichzeitig fordern, dass der Bund Software made in Europe, Germany, Bavaria (wie eng darf‘s sein?) kauft?

Allerdings gibt es in der Wirtschaftspolitik jeder Regierung durchaus die Bestrebung, die Wirtschaft im eigenen Land zu fördern. Das ist nicht zu verwechseln mit Autarkiedenke, sondern eine Frage der Souveränität und stabiler gesellschaftlicher Verhältnisse. So gibt es in den Vergabevorschriften für die IT von deutschen Behörden die Anforderung, den Mittelstand zu fördern, indem Auftragsvolumina, die kleine und mittlere Unternehmen überfordern würden, in Teil- oder Fachlose aufzuteilen sind.

Eine wichtige Bedingung ist, so heißt es in einem offenbar als Textbaustein verwendeten Absatz in mehreren Bundes-Dokumenten, dass „die geforderten Fähigkeiten im Gesamtsystemzusammenhang erreicht werden können“. Kriterien seien Funktionalität, Interoperabilität, Sicherheit, Realisierungs-, Pflege und Ausbildungsaufwand, Verfügbarkeit von Fachanwendungen sowie die Usability.

Dass es konkurrenzfähige Open-Source-Produkte gibt, die diesen Anforderungen genügen, zeigt sich im Backend, wo Behörden Linux, Open-Source-Datenbanken, Programmiersprachen, Internet-gerichtete Infrastruktur etc. verwenden. Weit mehr wäre denkbar, aber der Ist-Zustand stellt bereits eine grundsätzliche Anerkennung für Open-Source-Entwicklungen dar. Sehr problematisch wird es – außer bei Fachanwendungen und Einzelapplikationen wie Photoshop – immer dann, wenn Microsoft tangiert ist. Das betrifft nicht nur das Frontend mit Office-Anwendungen, sondern beispielsweise auch Groupware-Server. Merkwürdig.

Dabei gibt es Open-Source-Produkte, die nach den Kriterien Funktionalität, Realisierungs-, Pflege und Ausbildungsaufwand sowie Usability auf Augenhöhe zu Microsoft sind, LibreOffice ist das beste Beispiel. Integration in das Gesamtsystem geht mit Open Source dank offenem Quellcode und standardisierten Schnittstellen schneller und billiger. Pflege: Updates von Open-Source-Software klappen in der Regel besser, reibungsloser und schneller als bei Microsoft. Realisierung: Wem deutsche Anbieter zu klein sind, der gehört an die Pflicht zu Einteilung in Lose erinnert. Dass da nichts passiert hat wohl mit Bequemlichkeit zu tun und „Microsoft kostet eh nicht so viel“ (siehe oben, Konditionenverträge).

In Sachen Interoperabilität und Sicherheit sind Open-Source-Anwendungen Microsoft-Produkten ohnehin überlegen, weil sie mit offenen, herstellerunabhängigen Standards arbeiten und ihr offener Quellcode eine dauernde Überprüfung auf Sicherheitslücken wie Hintertürchen ermöglicht. Nur mit Open Source ist lässt sich ein „Nach-Hause-Telefonieren“, Spionage unterbinden, weil man im Sourcecode nachschauen kann, ob die Software auch nur das macht, was sie soll.

Die Forderung nach mehr Open Source in der öffentlichen Verwaltung hat keine reaktionäre, nationalistische Autarkie-Intention. Vielmehr steht sie vor dem Hintergrund von staatlicher Autonomie und wirtschaftlicher Entwicklung. In der Bereitwilligkeit, mit der IT-Verantwortliche in der öffentlichen Verwaltung proprietäre Software einkaufen, insbesondere von Microsoft, zeigt sich Abhängigkeit. Das Ausmaß hat vor einem Jahr hatte das Journalistenteam „Investigate Europe“ mit dem Report „Europe‘s dire dependency on Microsoft“ beschrieben, deutsche Version hier. Die Folgen: steigende Kosten, Verstöße gegen das europäische Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht, erdrückenden politischen Einfluss von Microsoft und ein hohes technisches und politisches Sicherheitsrisiko.

Open-Source-Software statt der vermeintlich günstigen Microsoft-Lizenzen zu kaufen würde nicht nur die Folgekosten bei der Integration und Softwarepflege reduzieren. Vielmehr wären es Investitionen, die in die Weiterentwicklung von Open-Source-Programmen fließt. Staatsaufträge beschleunigen technologischen Fortschritt im Lande und schaffen High-Tech-Arbeitsplätze. In der Software-Industrie wird bekanntlich ganz gut verdient, was dem Staat via Steuern zu mehr Einnahmen verhilft.

*Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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Bundesverwaltung setzt auf Nextcloud als sichere Dateiaustauschlösung https://osb-alliance.de/news/allgemein/bundesverwaltung-setzt-auf-nextcloud-als-sichere-dateiaustauschloesung Wed, 18 Apr 2018 12:37:13 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6494 IT-Dienstleister für den Bund

Der ITZBund ist der zentrale IT-Dienstleister des Bundes und betreibt IT-Services für über eine Million Anwender aus Verwaltung und Industrie. Sie ist aus dem Zusammenschluss der Bundesanstalt für Informatik (Abteilung des Bundesministeriums des Innern), der Bundesanstalt für Informatik (Abteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur) und des Zentrums für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (Abteilung des Bundesministeriums der Finanzen) entstanden. Der ITZBund beschäftigt rund 2.700 Mitarbeiter, überwiegend IT-Spezialisten, Ingenieure sowie Netzwerk- und Sicherheitsexperten.

Nextcloud

Das Speichern und Austauschen von Dokumenten ist für die Produktivität im Büro von zentraler Bedeutung. Cloud-Dienste bieten leistungsstarke Funktionen zum Synchronisieren, Freigeben und Zusammenarbeiten an Dokumenten, bergen jedoch das Risiko, die Kontrolle über Daten zu verlieren. Nextcloud löst dieses Rätsel und bietet Unternehmen eine verbesserte Produktivität ohne den Verlust der Kontrolle über die Datenlokalität und den mit öffentlichen Clouds verbundenen Zugriff.

Nextcloud bietet einen modernen Ansatz für die Zusammenarbeit, der für eine neue Generation von Mitarbeitern vertraut und einfach zu bedienen ist und es Unternehmen ermöglicht, mehrere Technologien in einer nahtlosen Plattform zu konsolidieren. Die Software ist schnell einsatzbereit integriert sich gut in bestehende IT-Infrastrukturen. Damit ist die Implementierung von Nextcloud der schnellste Weg, um das Datenhandling in Übereinstimmung mit verschiedenen Vorschriften wie GDPR und HIPAA zu bringen.

Um eine reibungslose Einführung in Organisationen zu gewährleisten, PoC’s zu beschleunigen und eine Versicherung gegen Betriebsunterbrechungen für unternehmenskritische Technologien anzubieten, haben Unternehmen Zugriff auf ein Nextcloud-Abonnement. Dies bescheinigt Compliance, verbessert die Sicherheit und vereinfacht die Wartung, was zu einer verbesserten Performance, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit führt und den Zugriff auf zusätzliche Services wie die Nextcloud Outlook-Integration, Online-Office und Consulting ermöglicht.

Nextcloud und ITZBund

Im Oktober 2016 startete der ITZBund zusammen mit Nextcloud ein Pilotprojekt für rund 5000 Nutzer, um die Funktionalität und Zuverlässigkeit des Dienstes zu testen. Nach etwa einem Jahr wurde in einer öffentlichen Ausschreibung eine endgültige Lösung ausgewählt, die Ende 2017 von Nextcloud gewonnen wurde.

Strenge Sicherheitsanforderungen waren ausschlaggebend für die Wahl von Nextcloud als Dateisynchronisations- und Freigabelösung. Ein weiteres wichtiges Anliegen war die Skalierbarkeit sowohl in Bezug auf die große Anzahl von Nutzern als auch die Erweiterbarkeit mit zusätzlichen Features, für die Nextcloud sein leistungsfähiges Apps-Konzept (mit über 100 Apps im App Store) anbietet.

Nextcloud bietet einige der stärksten Sicherheitsmaßnahmen der Branche und ist damit die ideale Lösung für Behörden oder Unternehmen, die mit Daten von Privatpersonen arbeiten.

 

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Konstituierung der Working Group Continuous License Compliance https://osb-alliance.de/news/feature/konstituierung-der-working-group-continuous-license-compliance Tue, 17 Apr 2018 10:31:26 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6485 Am vergangenen Freitag hat der Vorstand der OSB nach Antrag die Konstituierung der Working Group Continuous License Compliance (WG CLC) einstimmig beschlossen.

Unser Mitglied Karsten Klein von der {metæffekt} GmbH nahm als gewählter Sprecher der Gruppe die Glückwünsche des Vorstands stellvertretend entgegen. Die Working Group hat im März ihr Mission Statement formuliert.

Das erste persönliche Treffen der WG ist für den Mai in Heidelberg geplant. Interessierte, die auch in der Working Group mitwirken möchten, können sich direkt mit Herrn Klein in Verbindung setzen.

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Dortmund lotet Open-Source-Möglichkeiten aus https://osb-alliance.de/blog/dortmund-lotet-open-source-moeglichkeiten-aus Tue, 17 Apr 2018 10:08:14 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6479 Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund hat Anfang April beschlossen, den Masterplan Digitale Stadtverwaltung um ein Projekt „Freie Software und Offene Standards“ zu erweitern (Pressemitteilung der Stadt). Eine gleichnamige Arbeitsgruppe soll in den nächsten zwei Jahren die Potenziale von Open Source für die Verwaltungs-IT analysieren und Ende 2019 einen Ergebnisbericht vorlegen. Noch etwas ist dabei hervorzuheben: Beteiligt in der Arbeitsgruppe ist auch die Bürgerinitiative Do-FOSS.

Quelle: Stadt Dortmund, modifiziert durch Ludger Schmitz

Um es klarzustellen: Dies ist kein Beschluss für mehr Open Source in der IT der Stadt Dortmund, sondern lediglich für eine Untersuchung. Aber das ist nicht zu unterschätzen. Denn vor drei Jahren hatte die Initiative Do-FOSS sich noch heftig beschwert, weil der städtische IT-Dienstleister seine IT-Planung mit Assistenz von Microsoft erstellte. Es ist also ein gutes Beispiel dafür, dass Open Source langen Atem braucht und sich kontinuierliches Engagement letztlich auszahlt.

Der Stadtrat hatte schon 2016 und 1017 die Verwaltung beauftragt, einen Masterplan Digitales Dortmund beziehungsweise Digitale Stadtverwaltung zu erarbeiten.

Der Stadtrat hatte schon 2016 und 1017 die Verwaltung beauftragt, einen Masterplan Digitales Dortmund beziehungsweise Digitale Stadtverwaltung zu erarbeiten. Das Zwischenergebnis war die „Charta Digitales Dortmund 2018 – 2030“. Sie sah vor allem Open Data vor sowie die Anpassung an das E-Government-Gesetz von Nordrhein-Westfalen, das offene und standardisierte Dateiformate für die IT-Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern vorschreibt.

Bild: AG Freie Software

Nach Darstellung in einem Blog-Beitrag der Do-FOSS-Initiative verbindet die Stadtverwaltung mit Freier Software und Offenen Standards durchaus bereits weitere Ziele: Reduzierung der Herstellerabhängigkeit, Verbesserung der Flexibilität und der Interoperabilität, Sicherstellung des Datenschutzes und der IT-Sicherheit, steuerbare Kostenstrukturen durch mehr Flexibilität bei der Anbieterwahl, Stärkung der Verhandlungsposition, Erhöhung der Archivierbarkeit digitaler Dokumente, mehr Synergien und Abbau von lizenzrechtlichen Hemmnissen in der interkommunalen Zusammenarbeit, Optimierung der Technikneutralität und der funktionalen Transparenz.

In der Arbeitsgruppe wird Do-FOSS neben verschiedenen Organisationseinheiten des städtischen Dortmunder Systemhauses (dosys) und dem Personalrat der Stadt vertreten sein. Das Projekt hat sich auf drei auf einander folgende Phasen verständigt. Zuerst geht es darum, Begriffe zu formalisieren und Anforderungen festzulegen sowie eine Bestandsaufnahme der bestehenden Infrastruktur vorzunehmen. In der zweiten Phase will die AG Potenziale von Open Source genauer analysieren, unter anderem indem sie Erfahrungen anderer Behörden einholt und kritische Erfolgsfaktoren identifiziert. Abschließend will sie Empfehlungen für konkrete Schritte der Stadt formulieren.

Do-FOSS beurteilt den Masterplan als eine „Möglichkeit, Freie Software und Offene Standards durch eine systematische Betrachtung ihrer Vorteile dauerhaft in der Stadtverwaltung zu verankern“. Das Ziel der Initiative ist es, „Konzepte zu entwickeln, wie die Stadt Dortmund mit Hilfe Freier und Quelloffener Software bzw. Offener Standards die digitale Anschlussfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger fördern kann“. Besonderes Augenmerk will Do-FOSS auf den „Erhalt der kommunalen Selbstverwaltungshoheit“, legen.

*Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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„Wer jedoch Open Source Software hat, der kann sich an einem Markt unterschiedlicher Anbieter bedienen.“ – Interview mit Peter H. Ganten https://osb-alliance.de/news/wer-jedoch-open-source-software-hat-der-kann-sich-an-einem-markt-unterschiedlicher-anbieter-bedienen-interview-mit-peter-h-ganten Thu, 12 Apr 2018 15:15:20 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6352
Quelle: Univention GmbH

Anlässlich des 3. IT-Vergabetages am 26.04.2018 in Berlin hat der Veranstalter ein Interview mit unserem Vorstandsvorsitzenden Peter H. Ganten geführt. Er wird auf dem IT-Vergabetag einen Vortrag mit dem Titel „Open Source im öffentlichen Sektor – Der Schlüssel zu nachhaltigerer IT-Beschaffung?“ halten.
Das vollständige Interview können Sie hier lesen.

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“Unsere Entwickler kennen die Vorteile von Open Source” https://osb-alliance.de/blog/unsere-entwickler-kennen-die-vorteile-von-open-source Wed, 11 Apr 2018 16:04:43 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6311 In jedem Mercedes steckt quelloffene Software – und zwar nicht zu knapp. Vlado Koljibabic, Leiter CASE IT bei Daimler, erzählt im Interview mit unserem Mitglied Torben Stephan, warum er auf OpenSource setzt.
*Gastbeitrag von Torben Stephan

Vlado Koljibabic, Quelle: Daimler

Vlado Koljibabic ist Leiter der Abteilung CASE IT beim Automobilkonzern Daimler. Er macht sich dafür stark, dass die Stuttgarter stärker auf Open Source setzen. Bei der FOSSASIA ist Daimler Partner. Torben Stephan hat ihn gefragt, wo er die Vorteile von quelloffener Software sieht.

Wofür genau steht CASE eigentlich?

„CASE steht für Connected, Autonomous, Shared & Services und Electric. Das umfasst im Grunde alle Felder, die wir als disruptiv ansehen. Die Themen sollen uns bei der Transformation vom Fahrzeug-Produzenten zum Mobilitätsdienstleister unterstützen. Wir brauchen diesen Wandel, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“

Wie viel Open Source steckt denn eigentlich in einem aktuellen Mercedes?
Quelle: Daimler

„Wir nutzen FOSS schon seit vielen Jahren. In jedem Mercedes-Benz liegt eine CD, auf der die Lizenzen zu finden sind, die zu der Open Source Software in unseren Fahrzeugen gehören. Allein die Mercedes me App beinhaltet sieben OSS-Lizenzen, weil unsere Entwickler natürlich die Vorteile von Open Source kennen.“

Welche wären das?

„Ich muss nicht alles neu erfinden: Nutze die Dinge sinnvoll wieder und trage dazu bei Standards zu entwickeln, die für mehr Effizienz im gesamten System sorgen.“

Daimler ist Mitglied der Initiative „Automotive Grade Linux“, die von der Linux Foundation ins Leben gerufen wurde. Werden da nicht genau solche Standards definiert?

„Absolut. Wir haben auf der FOSSASIA mit der Community über die Möglichkeit gesprochen, offene Standards für Ladesäulen von Elektrofahrzeugen zu definieren. Es hätte aus meiner Sicht durchaus Vorteile so etwas gleich zu Beginn in eine Stiftung zu legen. Dadurch würde der Anstrich einer Parteilichkeit gar nicht erst auftauchen. Andererseits müssen wir als Unternehmen vielleicht auch noch etwas mehr Engagement ins Projekt einbringen, um nach außen deutlich zu machen: Wir machen da mit und meinen das auch ernst.“

Worin sehen Sie generell den Vorteil von OSS gegenüber proprietärer Software?

„Konkret sehe ich zwei Dinge: Der Erfinder der Spieltheorie, John Nash, hat gezeigt, dass Zusammenarbeit in vielen Bereichen wirtschaftliche Vorteile für alle bringen kann. Das ist für mich ein ganz wichtiger Faktor für den Erfolg von Open Source. Eins und eins ergibt dann plötzlich drei. Das zweite ist, dass wir bei wiederkehrenden Prozessen – und Automobilbau hat viel mit wiederkehrenden Prozessen zu tun – auf bereits vorhandene Lösungen zurückgreifen können. Und wenn es keine bereits vorhandenen Lösungen gibt, können wir selbst diese Prozesse anstoßen und gestalten.“

Wie wird das in anderen Bereichen bei Daimler aufgenommen?

„Das sind natürlich riesige Umwälzungen für unser Unternehmen, weshalb wir kontinuierlich Schritt für Schritt vorgehen. Im ersten Schritt überzeugen wir unsere internen Stakeholder von der Sinnhaftigkeit und dem Wertbeitrag. In den folgenden Schritten werden wir das Thema in konkreten Projekten weiter forcieren. Insgesamt ist der Prozess zur verstärkten Nutzung von OSS angestoßen und strategisch gewollt – Jan Brecht als CIO der Daimler AG steht hinter der Initiative und treibt das Thema maßgeblich.“

In welchen Bereichen würden Sie auf gar keinen Fall Open Source einsetzen oder gar den eigenen Code veröffentlichen?

„Beispielsweise in Bereichen mit hoher Wettbewerbsrelevanz. So würde ich beim Thema Autonomes Fahren beispielsweise nicht als erstes auf Open Source setzen. Allerdings würde es mich wundern, wenn es in den nächsten Jahren nicht auch einen Open Source Baukasten in den Bereichen autonomes Fahren, Machine Learning und Artificial Intelligence geben wird, aus dem wir uns bedienen können. Das ist meines Erachtens schon jetzt absehbar.“

Was gibt Daimler der Community zurück?

„Wir sind Mitglied in der Linux Foundation und Partner hier bei der FOSSASIA. Wenn die Frage aber in die Richtung geht: „Wo kann man Quellcode von euch sehen?“, dann muss ich aus heutiger Sicht sagen: Bisher haben wir noch keinen Quellcode im Rahmen von Open-Source-Projekten veröffentlicht. Doch wir sehen die Nachfrage der Community und arbeiten daran, auch diesen Baustein umzusetzen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OpenSourciety.de“ mit folgendem Link: https://www.opensourciety.de/opensource/daimler-open-source-interview/

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Open District Hub (ODH) – fortiss gründet mit Partnern gemeinnützigen Verein https://osb-alliance.de/news/allgemein/open-district-hub-odh-fortiss-gruendet-mit-partnern-gemeinnuetzigen-verein Tue, 10 Apr 2018 07:09:52 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6443 Open District Hub (ODH) – so heißt der gemeinnützige Verein, den fortiss mit der Fraunhofer-Gesellschaft und Partnerinstitutionen gegründet hat. Die Vereinsmitglieder möchten die derzeit isolierten Sektoren Elektrizität, Wärmeversorgung, Verkehr und Industrie mittels intelligenter Sektorenkopplung in eine offene, skalierbare Systemlösung integrieren. Künftig sollen Nachbarschaften ihren Energiebedarf vollautomatisiert aus lokalen, erneuerbaren Energiequellen decken.

Zahlreiche Industrieländer haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emssionen zu senken, um die Erderwärmung auf einem bestimmten Niveau zu halten. Das kann funktionieren, wenn sie ihren Energieverbrauch drastisch senken. Das gelingt aber nicht jedem Land. Effizienter für den Klimaschutz wäre es, wenn sie dekarbonisieren, d.h. ihren Energiebedarf statt aus fossilen (kohlenstoffhaltigen) zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken.

Das Problem bei umweltfreundlichen Energiequellen wie Wind und Sonne ist allerdings, dass sie nicht rund um die Uhr verfügbar sind und es kaum Möglichkeiten gibt, die gewonnene Energie zu speichern. Glücklicherweise zeichnet sich eine Lösung ab: die Sektorenkopplung. Dabei werden die Sektoren Elektrizität, Wärmeversorgung, Verkehr und Industrie zusammengefasst.

 

Quelle: fortiss GmbH

 

Das Konzept der Sektorenkopplung sieht vor, die Energieversorgung der Bereiche Wärmeversorgung und Verkehr auf Ökostrom umzustellen. Parallel werden energieeffiziente Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplung oder Wärmepumpen ausgebaut. Überschüssige Energie aus Wind und Sonne wird künftig in Form von Wasserstoff im Gasnetz oder in den Akkus von Elektroautos gespeichert. Das ist kostengünstiger, als teure Stromspeicher zu bauen. Und es schafft größere Flexibilität in der Stromnachfrage: Energie lässt sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzen.

Der neu gegründete Verein hat sich vorgenommen, für die Sektorenkopplung zusätzliche Verzweigungs- und Verknüpfungsstellen im Energiesystem bereitstellen und bis zu 1 Mrd. Geräte und Anlagen mit entsprechenden Automatisierungslösungen energieeffizient zu regeln. Das künftige Energieversorgungssystem wird von einem selbstlernenden Energiemanagement-System gesteuert. Ein entsprechendes Internet-Sicherheitskonzept (cyber security) soll Anomalien erkennen und kritische Infrastrukturen schützen. Die Basis dafür bilden Technologien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz.

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ownCloud erhält Delta Sync-Technologie https://osb-alliance.de/news/allgemein/owncloud-erhaelt-delta-sync-technologie Mon, 09 Apr 2018 06:38:25 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6427 Delta Sync ermöglicht ownCloud-Nutzern eine radikale Reduzierung der Dateigrößen, die nach der Änderung einer Datei auf den Server hoch- oder von dort heruntergeladen werden müssen. Die Software vergleicht vor dem Transfer einer Datei deren neue Version mit der vorherigen – und tauscht dann nur den Teil der Datei aus, der verändert wurde.

Wenn früher beispielsweise eine unkomprimierte große Videodatei (z.B. 50 GB), mit ownCloud synchronisiert und auf dem Server bearbeitet werden sollte (z.B. durch Hinzufügen eines Cover-Bildes), war es in der Vergangenheit nötig, die kompletten 50 GB auszutauschen. Delta Sync ermöglicht es nun, im Wesentlichen nur den Unterschied der beiden Dateien (also das „Delta“) hoch- bzw. herunterzuladen – in diesem Fall also die 10 MB, die durch das Cover-Bild hinzugefügt wurden. Besonders effektiv ist die Technologie bei Downloads, da hier ausschließlich die Änderungen synchronisiert werden und Dateien häufig mit mehreren Nutzern geteilt werden – das potentiell eingesparte Datenvolumen steigt also parallel zur Anzahl der Empfänger.

Quelle: ownCloud GmbH
Das Schaubild zeigt den Synchronisierungsvorgang im Vergleich zur vorherigen „vollen“ Synchronisierung.

 

Delta Sync befindet sich aktuell in der Testphase und funktioniert für unkomprimierte Formate. Es ist vor allem für Dateien sinnvoll, die nur leicht verändert wurden. Das Feature ist serverseitig unter AGPLv3, clientseitig unter GPLv2 lizenziert und kann damit von der Community frei verwendet und weiterentwickelt werden.

Entwicklung aus der Community 

Die Forderung nach der Implementation von Delta Sync besteht schon seit einigen Jahren innerhalb der Entwickler-Community. Dementsprechend groß ist das Interesse: Auf der Entwicklerplattform Bountysource war das Projekt unter allen ownCloud-Projekten mit der höchsten jemals ausgeschriebenen Entwicklerprämie dotiert. Delta Sync wurde von einem Community-Mitglied mit Unterstützung durch das ownCloud-Entwicklerteam entwickelt und durch zahlreiche Contributoren, die teilweise dreistellige Geldbeträge beisteuerten, gefördert.

Die Umsetzung bestand vor allem in der Integration des ZSync-Algorithmus in den ownCloud-Server und den Desktop Client. ZSync findet vor allem in Linux-Distributionen Verwendung, wo schnell wechselnde Beta-ISO-Image-Dateien verteilt werden. Es verwendet das HTTP-Protokoll und .zsync-Dateien mit vorberechneten Rolling-Hashes, um die Serverlast zu minimieren und dennoch eine Diff-Transfer-Übertragung zur Netzwerkoptimierung zu ermöglichen.

Delta Sync unterstützt beispielsweise folgende Dateiformate:

– Krypto-Container (z.B. VeraCrypt)
– Disc-Images (.iso /.img)
– Audio (Roh-Audioformate /.wav /.aiff)
– Bilder (.svg /.tiff /.bmp /.dng)
– Video (Rohvideoformate, z.B. unkomprimierte .avi)
– Virtual Machine Images (.vdi /.ova /.img /RAW)
– Microsoft PST Dateien (E-Mails, Kalendereinträge, etc.)
– Textdateien
– Tar-Archive

 Intensives Testing

Die offizielle Veröffentlichung von Delta Sync für den ownCloud Server und Desktop Client erfolgt mit dem nächsten Major Release im Laufe des Jahres. Danach beginnt die Testphase, in der die Tech-Community das Feature ausprobieren und Feedback übermitteln kann. Auf diesen Schritt folgt die Stabilisierung des neuen Sync-Algorithmus und weiteres Testing, Leistungsmessungen und Performance-Optimierung, bis das Feature schließlich allen ownCloud-Nutzern zur Verfügung steht.

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Skype: Gericht darf über Straftaten nicht reden https://osb-alliance.de/blog/skype-gericht-darf-ueber-straftaten-nicht-reden Tue, 03 Apr 2018 10:43:58 +0000 https://osb-alliance.de/?p=6212
CC0, by geralt, Pixabay

Zum nächsten Ersten sollen für Microsoft Services neue „Terms of Services“ (TOS) in Kraft treten. Wie die IDG-Publikation „CSO“ schreibt, verbieten die Nutzungsbestimmungen „offensive language“, also „beleidigende Sprache“, und „fraudulent activity“, widerrechtliche Aktivitäten. Wer sich nicht an die Regeln hält, der kann von einem Service, der über Microsoft-Server läuft, ausgesperrt werden.

Jetzt dürfte das Landgericht Hannover übel dran sein. Das nutzt nämlich seit dem letzten Monat Skype für Anhörungen von Gefangenen, bei denen es um die Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung geht. Leider sind die meisten dieser Leute nicht gerade für geschliffene Manieren bekannt. Auch wenn es für sie bei den Anhörungen um viel geht, könnten da schon mal Worte dem Gitter der Zähne entweichen, für die ein Richter aus Erfahrung vielleicht noch Verständnis hat. Aber Microsoft? Aber selbst Richter und Anwälte sprechen von „Drogen“, „Erpressung“ oder „Raub“, und schon kann das Landgericht „Skype for Business“ nicht mehr nutzen. Verletzung der Terms of Services, Skype-Account gesperrt.

Das wäre es dann gewesen mit Skype bei Gerichten. Und das wäre auch gut so. Es ist ohnehin sehr fraglich, ob sich Skype-Nutzung mit der General Data Protection Regulation der EU (GDPR) und der deutschen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinbaren lässt. Nach dem „beA“-Skandal um elektronische Anwaltspost gelingt unserer Juristerei gleich die nächste Digitalisierungspeinlichkeit.

Zum Lachen sind die Microsoft-TOS auch für Privatpersonen nur auf den ersten Blick. Wer auf seiner Xbox Live, also mit Freunden auch akustisch verbunden, spielt, sollte besser nicht fluchen oder schimpfen. Der CSO-Artikel fragt logischerweise, ob nun der Shooter „Call of Duty“ nicht mehr möglich sei? Auf Microsoft-Cloud-Services sind anzügliche Texte oder Fotos verboten. Was ist für Skype beleidigend? Was einer als beleidigend empfindet, kommt bei anderen als normale Sprache oder gar britischer Humor an. Worte haben etwas mit einem sehr weiten sozialen und sprachlichen Kontext zu tun. Microsoft muss Maschinen zur Kontrolle einsetzen, muss Algorithmen entscheiden lassen. Content-Roboter entscheiden, was wir sagen und schreiben dürfen.

Riskiert demnächst die Windows-Lizenzen seiner Rechner, wenn Microsoft beim Standard-Download der dort gespeicherten Informationen („Sicherheits-Update“) feststellt, dass der Anwender das Unternehmen mit seiner Kritik beleidige? Da wäre ja endgültig der Grund, Desktops auf Linux umzustellen. Wer hätte das gedacht?

Der CSO-Artikel erklärt übrigens, dass Microsofts neue Terms of Services wohl ihre Ursache im „Fight Online Trafficking Act“ (FOSTA) und dem „Stop Enabling Sex-Trafficking Act“ (SESTA) haben. Beide Gesetze hat der US-Kongress verabschiedet, erstaunlicherweise gegen die Empfehlung des Justizministeriums. Nach ihren Inhalten sind Plattformen verantwortlich für die Sprache (!) der Anwender, illegale Inhalte und illegalen Handel (Frauen, Kinder, Drogen, Waffen). Mit welchem Recht maßen sich die USA an, andere Staaten (China, Iran, Kuba) wegen Internetzensur zu kritisieren? Die USA waren einmal „the land of the free“, das das Leitbild der Demokratie und Freiheit weltweit verbreiten wollte. Ende der Maskerade.

Die US-Gesetze tangieren uns in Deutschland, weil es in den USA seit 2001 (!) den „Patriot Act“ gibt, wonach US-Behörden von Firmen mit Hauptsitz in den USA auch den Zugriff auf Daten von ausländischen Kunden und auf ausländischen Servern verlangen kann. Nach dem „National Security Letter“ dürfen sie darüber hinaus untersagen, dass die Betroffenen über den Zugriff informiert werden. Das verträgt sich nun überhaupt nicht mit europäischen und deutschen Datenschutzbestimmungen. Und deshalb ist die Nutzung von Cloud-Services US-amerikanischer Anbieter auch dann in sehr vielen Fällen nicht möglich, wenn die Server nicht in Deutschland stehen. Von der Möglichkeit des Ausspionierens von Firmengeheimnisse ganz zu schweigen, Edward Snowden hat genug davon berichtet.

Dieser schon viel ältere gesetzlich Rahmen in den USA – den Pariot Act gibt es seit 2001 – hat schon den Cloud-Boom in Europa, vor allem in Deutschland, stark ausgebremst. Das Ergebnis waren Private Clouds und viele hiesige Cloud-Angebote. Microsofts Terms of Agreement könnten einen ähnlichen Effekt bei Skype haben.

Der Skype-Fall am Landgericht Hannover zeigt noch einmal, dass sich in eine gefährliche Abhängigkeit begibt, wer Services US-amerikanischer Anbieter nutzt. Man wird doppelt abhängig: vom Anbieter und von einem ausländischen Gesetzgeber.

*Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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