Univention Summit 2017: Offene Systeme notwendig für Unternehmen, Schulen und die Gesellschaft

Rund 300 Teilnehmer trafen sich vergangene Woche auf dem Univention Summit in Bremen. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Bedeutung von offenen Systemen: Für Unternehmen, Schulen, die Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland.

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Rund 300 Teilnehmer trafen sich vergangene Woche auf dem Univention Summit in Bremen. Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Bedeutung von offenen Systemen: Für Unternehmen, Schulen, die Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Beim Vortrags- und Workshop-Programm und der begleitenden Ausstellung wurden Software- und Hardwarelösungen sowie verschiedene Aspekte rund um die Möglichkeiten von Open Source präsentiert. Univention informierte über Univention Corporate Server (UCS), die Schullösung UCS@school und Businessmodelle mit dem App Center. Nach der Podiumsdiskussion mit Vertretern von Lufthansa Systems, DB Systel und Univention wurden noch die besten zum Univention Absolventenpreis eingereichten Bachelor- und Masterarbeiten ausgezeichnet.

Es war eine gelungene und bereichernde Veranstaltung, da waren die rund 300 Besucher, Aussteller und Vortragende einer Meinung, die sich auf dem Univention Summit in Bremen über die verschiedenen Aspekte und Möglichkeiten von Open Source-Lösungen informierten, rege austauschten und diskutierten.

Beim umfangreichen Vortrags- und Workshop-Angebot konnten sich die Teilnehmer über unterschiedliche IT-Bereiche informieren. Zum Beispiel über den Betrieb von Unternehmens-Apps in Kombination mit sicheren Containerlösungen (Docker) und welche Möglichkeiten das Univention App Center mit seinen inzwischen rund 90 Unternehmens-Apps als Transaktionsplattform für Anwender und/oder Hersteller bietet. Die 18 Herstellerpartner auf der flankierenden Ausstellung boten den Teilnehmern weitere Möglichkeiten, sich über verschiedene Software- und Hardwarelösungen aus dem Open Source-Bereich zu informieren.

Offene Systeme notwendig

Die aufgeworfene Frage über die Bedeutung von offenen Systemen für die Gesellschaft und für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland lieferte regen Gesprächsstoff unter den Teilnehmern. Schon während seiner Eröffnungsrede gab Peter Ganten, Geschäftsführer der Univention GmbH, interessante Denkanstöße und Beispiele, warum die Notwendigkeit offener Systeme durch Cloud Computing und künstliche Intelligenz stark gestiegen ist. So arbeitete Ganten heraus, dass gerade die rasante Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen massiv von den großen Mengen an gesammelten Nutzerdaten profitiert. Dies bietet große Chancen sowohl für Industrie als auch den Bildungssektor, gleichzeitig birgt es aber auch Risiken, wenn diese Systeme nur von wenigen Playern kontrolliert werden. Ganten formulierte vier Prinzipien, durch die sich die Monopolisierung und der Missbrauch von Daten kontrollieren lassen: Verantwortlichkeit, Nachprüfbarkeit, Replizierbarkeit und Wahlfreiheit. Umsetzen lässt sich dies am besten durch den Einsatz von Open Source.

Auf der Podiumsdiskussion wurden die verschiedene Aspekte des Stellenwerts von „Offenheit“ für Wirtschaft und Unternehmen weiter beleuchtet. So stellten Holger Koch von DB Systel und Dr. Jörg Liebe von Lufthansa Systems heraus, dass ihre Unternehmen in vielen Bereich bereits Open Source-Lösungen einsetzen. Einer der genannten Gründe: Offene Systeme bieten gegenüber proprietären Lösungen eine größere Unabhängigkeit und Beständigkeit für Unternehmen. Sei es, wenn ein Hersteller eine Lösung nicht mehr unterstützt, einstellt oder Lizenzbedingungen die Nutzung einschränken. Peter Ganten betonte, wie wichtig es ist, dass sich auch der deutsche Mittelstand auf diesen Weg begeben muss, wenn er wettbewerbsfähig bleiben möchte, da nur durch Offenheit Innovation möglich ist

Anforderungen an Schul-IT

Inzwischen bewährt und etabliert hat sich der separate Education Track auf dem Univention Summit, der die Bedürfnisse des Bildungsbereichs behandelt. Rund 80 Schulträger und IT-Verantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fanden sich diesmal zum aktiven Informations- und Erfahrungsaustausch in Bremen ein.
Die Vorträge thematisierten zum Beispiel den Bedarf an einfach, verständlicher und zentral steuerbarer IT für Schulen oder stellten die einfache Anbindung von mobilen Endgeräten (BYOD) vor. Wie schnell so eine Anbindung möglich ist, konnten die Teilnehmer im Ausstellungsbereich live mit ihrem eigenen Smartphone erleben.
Ein besonderes Highlight: Dr. Claudia Bogedan, Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, berichtete über das Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“, das in den vergangenen Monaten unter ihrer Präsidentschaft von der Kultusministerkonferenz erarbeitet wurde und das u.a. den Einsatz von professioneller IT und die Bereitstellung der dazu notwendigen Ressourcen fordert. Bogedan unterstrich, dass man sich damit auf allgemeine Standards geeinigt hat. Um die zu erreichen, können die einzelnen Bundesländer nun individuelle Umsetzungsstrategien entwickeln.

Verleihung des Univention Absolventenpreises 2016

Jedes Jahr fordert die Univention GmbH Absolventen auf, Abschlussarbeiten mit Open Source-Fokus einzureichen, um den professionellen Einsatz von Open Source-Lösungen zu fördern. In diesem Jahr fand die Prämierung im feierlichen Rahmen zum Abschluss des Univention Summits statt.

Eine hochkarätige und unabhängige Jury, bestehend aus Monika Schnizer (Fujitsu), Holger Koch (DB Systel), Dr. Jörg Liebe (Lufthansa Systems), Dr. Steffen Evers (Bosch Software Innovation), Prof. Dr. Dieter Hutter (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz/DFKI) und Hans-Joachim Baader (Pro-Linux.de), hatte die Arbeiten bewertet. Besonders imponiert hat der Jury die Arbeit von Matthias Kastner, der sich in seiner Arbeit mit der Synthese von Kohlenstoffnanoröhren mit Hilfe freier Elektronik und Open Source beschäftigt hat. Seine Arbeit wurde mit 2.000 Euro prämiert.

Die Preisträger:
1. Preis: Matthias Kastner „Synthese von Kohlenstoffnanoröhren mit Hilfe freier Elektronik und Open Source“
2. Preis: Benedikt Wolters „Distributed Authorization Management for Secure Sensor Data in the Cloud“
3. Preis: Roman Matzutt „Design and Implementation of Secure Decentralized Bitcoin Mixing“
3. Preis: Timo Pagel „Evaluierung und Implementierung von DevOps-Strategien zur Erhöhung der Sicherheit von Webanwendungen für Startups“

Bildmaterial:
Impressionen vom Univention Summit: https://www.univention.de/2017/01/univention-summit-2017/