OSB Alliance prämiert Schüler für innovative Ideen zur Bildungsgestaltung

Deutliche Kritik an deutscher Bildungspolitik auf dem Education Day in Stuttgart

860

Die Working Group Education der OSB Alliance hat ihren Videowettbewerb zum zweiten Mal ausgelobt und Schüler beziehungsweise Studenten aufgefordert, ihre Ideen zur Gestaltung der künftigen Bildung beizutragen. Die Prämierung der eingereichten Videos fand auf dem Education Day in Esslingen bei Stuttgart statt.

Der hervorragend besuchte Event in der Akademie für Lehrerfortbildung stand unter dem Motto „Neue Lust aufs Lernen – der Weg zur offenen Bildungslandschaft“. Auch durch den Ideenreichtum der Schüler aber vor allem durch die sichtbar gewordene Lücke zwischen Möglichkeiten, die der bundesweite Einsatz moderner Open Source Software im Bildungsumfeld leisten könnte und der Ist-Situation in der der Lehrpraxis, war die Botschaft am Ende der Veranstaltung eindeutig. Die Politik auf Bundes- und Landesebene muss sich zügig öffnen, um die Transformation zu einer digitalen Lehr- und Lernkultur auf Basis offener Systeme und Standards in den Schulen voranzutreiben. Eine große Behinderung ist dabei das Kooperationsverbot in der Bildung zwischen Bundesregierung und den Ländern, dem große Kritik zu Teil wurde. Die Bildungsprofis sind sich einig, dass dieses Verbot keinen Sinn hat und umgehend abgeschafft werden muss. Die Ära der alten, herkömmlichen Bildung, welche die Schüler und Studenten kaum noch erreicht, ist endgültig vorbei.

Offene Diskussion auf dem Education Day

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Inspirator und systemischen Coach Klaus Haasis. Vorträge wie von Uta Kapp zum Thema EduScrum und Claudia Göritz über Shadow IT in Schulen, trugen zur regen Diskussion bei. Ein weiteres Highlight war ein Vortrag des Ulmer Mathematiklehrers Sebastian Schmidt, der für seinen Unterricht Videos selbst erstellt und den Schülern für das Lernen zuhause öffentlich zur Verfügung stellt. Im Unterricht wird das Wissen in Gruppenarbeit angewendet. „Sebastian Schmidt zeigt, wie digitale Kultur in der Schule möglich ist und wie sich die Rolle des Lehrers vom Vortrager über Moderator bis hin zum Lernbegleiter verändern kann. Durch seine Transparenz und die Aktivierung der Schüler steigert er die Lernmotivation und die Begeisterung für das Fach Mathematik – und stellt so auch die Eltern sehr zufrieden“, kommentiert Tina Buhr, stellvertretende Sprecherin der Working Group Education bei der OSB Alliance. Im Anschluss und ganz im Sinne der „Offenheit“ wurde das Thema Bildung 2020 auf dem Education Day unter Vertretern der Open Source Community, der Politik und weiteren Bildungsprofis diskutiert.

Ausblick

Die Veranstaltung, die dieses Jahr von Avnet, IBM und Univention gesponsert wurde, soll künftig deutlich ausgeweitet werden. Dazu ruft die Open Source Business Alliance Interessierte auf, sich aktiv in der Working Group Education zu beteiligen.

„Wir freuen uns, wenn die Veranstaltung im kommenden Jahr in einem größeren Rahmen wieder stattfindet. Wir wollen noch mehr Beteiligung und eine nachhaltige, bundesweite Tragweite erreichen“
, resümiert Heriette Baumann, Leiterin der Working Group Education bei der OSB Alliance.

Hervorragende Ideen von Schülern und Studenten

Digitalpionier Oliver Gassner überreichte attraktive Preise im Namen der Sponsoren Avnet und IBM.

„Wir freuen uns sehr über die rege Beteiligung der Schüler und Studenten an unserem Videowettbewerb. Auch in der zweiten Runde erhielten wir sehr gute Ideen für eine offene Bildung, die wir in den Diskussionen mit den Bildungsprofis, den Kultusministerien und auf Bundesebene einfließen lassen“, freut sich Heriette Baumann.

Zu den gekürten Machern der Videos zählen das Duett Dominik und Jonathan, die eine moderne Cloud Infrastruktur für Schulen skizzieren (https://www.youtube.com/watch?v=v_6nvGp6MKk).

Julian, Lehramststudent für Mathematik und Informatik, plädiert für Informatik als Pflichtfach in den Schulen, das Lernen einer Programiersprache und Gamifikation im Unterricht (https://www.youtube.com/watch?v=sBzYUyqf1oA).

Abiturientin Alexandra zeigt, wie Digitalisierung im Unterricht zur Chancengleichheit beitragen kann (https://www.youtube.com/watch?v=nhKsb2D8J_8).

Lehramtsstudentin Aline regt eine stärker kompetenzorientierte Herangehensweise für Bildungsthemen an und präsentiert EduScrum als Toolkit (https://www.youtube.com/watch?v=l3LjfNyblrc).

Schüler Tim mahnt die Modernisierung der Schulinfrastruktur und Standardisierung der Abitursprüfungen an und wünscht sich den Unterrichtsbeginn auf 9 Uhr zu verschieben (https://www.youtube.com/watch?v=tefibBtaJpY).