Open Source Business Alliance fordert Open-Source-Policy für öffentliche Verwaltung

Sicherheit für Unternehmen und Privatanwender, Chance für den ITK-Standort Deutschland

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Open-Source-Software ist für die OSB Alliance der Schlüssel, um die verloren gegangene Kontrolle über private und unternehmerische Daten sowie das Vertrauen der Anwender zurückzubekommen. Entsprechend fordert der Branchenverband von der Bundesregierung den verstärkten Einsatz von quelloffener Software.

Neben der beschäftigungspolitischen Relevanz hat Open-Source-Software auch eine kaum zu überschätzende standortpolitische Bedeutung für Deutschland und Europa. Die offene, transparente und dezentrale Entwicklung und Nutzung von Open-Source-Software sind entscheidend für den Ausbau einer unabhängigen europäischen IT-Industrie, welche eine souveräne Datenverarbeitung und -speicherung für Unternehmen und öffentliche Verwaltung sicherstellen kann.

Während andere europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Schweden bereits Open-Source-Software bei der Auftragsvergabe den Vorzug geben, fehlt in Deutschland eine entsprechende Empfehlung nach wie vor. Entsprechend setzt die öffentliche Verwaltung in Deutschland auf kommunaler, Landes- und Bundesebene Open-Source-Software bislang nur punktuell ein. Dies gilt es umgehend und umfassend zu ändern, fordert die OSB Alliance anlässlich der jüngsten Debatte über die „Digitale Agenda“ der Bundesregierung im Bundestag. In der „Unterrichtung der Bundesregierung“ heißt es zwar: „Bei Beschaffungen der Bundesverwaltung bauen wir praktische Hemmnisse für Open Source Software (OSS) mit dem Ziel der Chancengleichheit ab.“

„Das geht aber nicht weit genug. Die öffentliche Verwaltung und der Bildungsbereich in Deutschland haben eine besondere Bedeutung bei der Etablierung und Durchsetzung von Standards in der IT-Technologe“, erklärt Peter Ganten, Vorstand der OSB Alliance. „Eine sehr viel deutlichere Positionierung der öffentlichen Verwaltung zugunsten von Open-Source-Software hätte eine enorme Signalwirkung.“

Daher fordert die OSB-Alliance, dass die Ergebnisse öffentlich beauftragter und finanzierter Softwareentwicklung unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden müssen, damit sie der Gemeinschaft zugute kommt. Auch die US-amerikanische Regierung hat kürzlich eine entsprechende Richtlinien im Rahmen ihrer „Open Government Partnership“ veröffentlicht.

„Die US-Regierung hat erkannt, dass die Förderung von Open Source nicht nur niedrigere Kosten bedeutet, sondern auch wesentlich zur Schaffung einer innovativen und wettbewerbsfähigen IT-Industrie beiträgt“, erklärt Holger Dyroff, Vorstandsmitglied der OSB Alliance und Leiter der Working Group Public Affairs und fordert: „Wir erwarten, dass beispielsweise für staatliche Behörden angepasste Software-Codes grundsätzlich unter Open Source Lizenz gestellt werden soll, so dass die ganze Gesellschaft kostengünstig von den Vorteilen profitieren kann.“
Für den 21. Oktober laden OSB Alliance und Grünen Bürgerschaftsfraktion zum Offenen IT-Gipfel nach Hamburg ein, um über Vorteile und Herausforderungen bei der Umstellung auf quelloffene Software zu informieren. Weitere Informationen finden Sie unter www.oitg14.de.