Landeshauptstadt München wird Mitglied im Beirat von The Document Foundation

The Document Foundation (TDF) gibt heute bekannt, dass die Landeshauptstadt München Mitglied im Beirat der The Document Foundation geworden ist, wo sie durch Florian Haftmann vertreten wird.

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Im Jahr 2003 hat München, die drittgrößte Stadt Deutschlands, das LiMux-Projekt ins Leben gerufen, um ihre Softwareumgebung von proprietären Closed-Source-Produkten auf freie und Open-Source-Software zu migrieren. Das Projekt konnte im Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen werden, nachdem 16.000 PCs und Laptops der städtischen Angestellten auf freie und Open-Source-Software migriert wurden. Seit dem Jahr 2011 veranstaltet die Stadt München regelmäßig ein LibreOffice Hackfest, um Features insbesondere für Anwender der öffentlichen Hand zu verbessern.

„Die Stadt München ist eine wichtige Referenz für Migrationen hin zu freier Software, und kann aus diesem Grund auch einen bedeutenden Beitrag zu unserem Beirat leisten, gemeinsam mit bestehenden Mitgliedern wie MIMO, die die Migration der französischen Ministerien vertreten, sowie mit anderen Unternehmen, die Dienstleistungen rund um LibreOffice anbieten“, sagt Thorsten Behrens, Vorstandsvorsitzender der Document Foundation. „Dr. Florian Haftmann wird bei der nächsten Sitzung des TDF-Beirats am 15. Januar 2015 den weiteren Mitgliedern offiziell vorgestellt.“

Über die Stadt München und das LiMux-Projekt

München, die Landeshauptstadt Bayerns, hat zwischen 2005 und 2013 erfolgreich die Migration von ca. 16.000 PCs in 11 Abteilungen und 4 Betrieben hin zu einem Open-Source-basierten, standardkonformen und offenem Betriebssystem durchgeführt. Sie ist deutschlandweit der größte Anwender von freier Software im öffentlichen Sektor, und das LiMux-Projekt hat seit jeher eine große Bedeutung.

LiMux hat maßgeblich dazu beigtragen, die Abhängigkeit von alten und proprietären Programmen in hohem Maße zu reduzieren und langfristig die gewünschte Flexibilität von Software und Architektur zu erreichen, basierend auf drei grundlegenden Entscheidungen:

  • Der Einführung eines freien und Open-Source-Betriebssystems für alle Arbeitsplätze, mit Bürokommunikation basierend auf offenen Standards;
  • der Entwicklung von plattformunabhängigen administrativen Vorgängen;
  • der Nutzung einer standardisierten IT-Plattform mit konsolidierten Applikationen und Datenbanken.

In diesem Rahmen ist eine entsprechende Office-Suite für den Desktop eine strategische Kernkomponente. Am Anfang hat München OpenOffice.org ausgerollt, und mittlerweile ist LibreOffice die Office-Suite der Wahl.

Beirat der TDF

Der Beirat der Document Foundation hat derzeit 17 Mitglieder: AMD, CIB Software, Landeshauptstadt München, CloudOn, Collabora, FrODeV (Freies Office Deutschland e.V.), FSF (Free Software Foundation), Google, Intel, ITOMIG, KACST (King Abdulaziz City of Science and Technology of Saudi Arabia), Lanedo, MIMO (ein Verbund französischer Ministerien), RedHat, SPI (Software in the Public Interest), Studio Storti und SUSE.

Über The Document Foundation

The Document Foundation ist eine gemeinnützige, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Gegründet im Februar 2012, und hervorgegangen aus dem ehemaligen OpenOffice.org-Projekt, ist ihre Aufgabe die Förderung und Entwicklung von Office-Software zur freien Nutzung durch jedermann. Mit LibreOffice gibt sie die bekannte freie Office-Suite in über 110 Sprachen und für alle bekannten Betriebssysteme heraus, die weltweit von Millionen Menschen eingesetzt wird, und auf das offene OpenDocument-Format setzt.

Die TDF ist offen für beitragende Personen und Organisationen, die die Zwecke der Stiftung unterstützen. Mit Stand vom Juni 2014 hat die Stiftung über 200 Mitglieder und über 3.000 Beitragende weltweit.