Die digitale Agenda braucht Open Source

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Die Open Source Business Alliance begrüßt die digitale Agenda der Bundesregierung. Deren Ziele lassen sich jedoch nur erreichen, wenn sie um eine ambitionierte Open Source Strategie ergänzt wird.

Open Source Business Alliance zur IT-Strategie der Bundesregierung

Das Ziel der Bundesregierung, mit der digitalen Agenda Deutschland zum „digitalen Wachstumsmarkt Nr. 1 in Europa“ zu machen, ist nach Ansicht der Open Source Business Alliance anspruchsvoll. Die in der Absichtserklärung formulierten Einzelziele sind dabei wichtige Meilensteine.

Zentrale Aspekte sind jedoch nur mit einer ausgeprägten Orientierung auf Open Source zu erreichen. Denn Software mit frei zugänglichem und weiter verwendbarem Sourcecode ist die ideale Grundlage, um die Entwicklung von IT in Wirtschaft und öffentlichen Institutionen zu erleichtern und voran zu treiben.

Open Source Software erleichtert Startups den Markteinstieg, weil sie damit ohne Einschränkungen bestehende Programme verwenden und weiterentwickeln dürfen. So ist es nicht verwunderlich, dass die erfolgreichsten Startups der letzten Jahre, beispielsweise Amazon, Facebook, Google und Twitter, mit Open Source Software arbeiten. Das Internet der Dinge wird unwirtschaftlich, wenn die Anbieter nicht das Basis-Betriebssystem gemeinsam entwickeln. Das ist nur mit Open Source möglich. Open Source und Offene Standards sind die Grundlagen für Interoperabilität und den Erfolg neuer Technologien. Mit staatlichen Geldern entwickelte Software muss öffentlich nutzbar sein, damit andere Bereiche der Gesellschaft von ihr profitieren können. Eine breitere Nutzung von Open Source Software durch die öffentliche Verwaltung und staatliche Einrichtungen würde nicht nur eine innovative IT-Wirtschaft befördern. Vielmehr würde sie dem Staat digitale Souveränität wieder geben. Sie macht ihn als IT-Anwender unabhängiger von den Entscheidungen der Hersteller, ob und wie sie ihre Lösungen weiterentwickeln wollen, da er über den Sourcecode verfügt.

Den immer möglichen Fehlern in Software und ihre missbräuchliche Nutzung, zum Beispiel für Industriespionage, lässt sich nur mit Review-Prozessen begegnen. Die aber haben den uneingeschränkten Zugriff auf den Quellcode zur Voraussetzung. Die Voraussetzung für erfolgreichen digitalen Wandel, nämlich Vertrauen in sichere IT-Strukturen, setzt offenen Quellcode voraus. Er ist besonders bei Ver- und Entschlüsselungsprogrammen unerlässlich. Die digitale Agenda möchte, dass alle gesellschaftlichen Gruppen aktiv die Digitalisierung mitgestalten, und benennt als wesentliche Voraussetzung den Zugang zu Wissen. Die Open Source Business Alliance betont, dass Open-Source-Software Barrieren abbaut, indem sie es ermöglicht, das im Quellcode liegende Wissen der IT zu analysieren, zu verändern und ohne Lizenzkosten zu nutzen. Die freie Verwendung von Open Source in Lehre und Forschung verschafft ein Wissen, dass sich danach unmittelbar praktisch in Unternehmen einsetzen lässt.

Die Open Source Business Alliance verweist darauf, dass zahlreiche andere europäische Staaten gezielt die Nutzung von Open Source Software vorantreiben. Deutschland befindet sich diesbezüglich bereits erheblich im Hintertreffen und wird den Anschluss verlieren, wenn nicht bald eine umfangreiche Open Source Strategie entwickelt und umgesetzt wird.

Weitere Informationen und Links:
Den vollständigen Text der Erklärung der Open Source Business Alliance lesen Sie hier.

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